Freitag, 10. Mai 2019

Vollsperrung der L631

Ladenburg/Heddesheim/Rhein-Neckar, 18. November 2014. (red/pm) Ab Mittwoch, 19. November, bis voraussichtlich Freitag, 05. Dezember, wird die L631 zwischen den Einm├╝ndungen der L631/L541/K4135 in Heddesheim und der L597 bei Ladenburg f├╝r den Verkehr in beiden Richtungen voll gesperrt. [Weiterlesen…]

Filme ├╝ber das ├älterwerden ÔÇô f├╝r Alt und Jung

Rhein-Neckar, 04. August┬á2014. (red/pm) Beim 5. Europ├Ąischen Filmfestival der Generationen, das vom 07. – 10. Oktober stattfindet, gibt es f├╝r Alt und Jung wieder Filme ├╝ber das ├älterwerden. Programmhefte f├╝r das Event sind erh├Ąltlich. [Weiterlesen…]

Unsere WM-Public Viewing-Karte zeigt, wo die Spiele ├╝bertragen werden

Fu├čball-Samba die ganze Nacht

Rhein-Neckar, 10. Juni 2014. (red/ld) Bei Temperaturen wie am Zuckerhut, l├Ąsst sich nirgends so gut Fu├čball-WM schauen, wie im Freien auf einer gro├čen Leinwand. Wir haben f├╝r unsere Leser/innen interessante┬áPublic Viewing Locations der Region zusammengesucht. Wo Sie den WM-Start und alle Spiele schauen k├Ânnen, sehen Sie auf unserer gro├čen Karte. [Weiterlesen…]

Interessante Details zu den Europawahlen - teils deutliche Unterschiede

Europawahl: Unsere Gemeinden im Vergleich

Heidelberg/Mannheim/Rhein-Neckar, 26. M├Ąrz 2014. (red/pro) Aktualisiert. Bei der Europawahl lassen sich klare Aussagen treffen: SPD und AfD sind die Gewinner. Die FDP hat teils dramatische Verluste erlitten. Schaut man sich die Ergebnisse in den Gemeinden des Landtagswahlkreises Weinheim und im Rhein-Neckar-Kreis genauer an, gibt es interessante Details – beispielsweise ist die Wahlbeteiligung dieser Gemeinden besser als im Kreis insgesamt und die SPD gewinnt sogar ├╝ber den kreisweiten Vergleich. Wir haben f├╝r Sie die Zahlen mit teils ├╝berraschenden Zusammenh├Ąngen zusammengestellt. [Weiterlesen…]

Das LTE-Netz hat noch L├Âcher

Rhein-Neckar, 21. M├Ąrz 2014. (red/ld) Das lange Warten auf die neuesten Nachrichten oder Informationen hat dank LTE-Technik (Long Time Evolution) ein Ende. ├ťber diesen Verbindungsstandard sind Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit/Sekunde m├Âglich. In unserem Berichtsgebiet ist die Technik schon weit verbreitet. Aber es gibt noch L├Âcher. [Weiterlesen…]

Fahrverbote f├╝r drei Autofahrer

Zivilfahndern gehen Raser ins Netz

polizeipr├Ąsidium s├╝dhessen_tnViernheim, 21. Januar 2014. (red/pol) Deutlich zu schnell waren vier Autofahrer im Laufe des Montags, 20. Januar, auf der A659 bei Viernheim unterwegs. Die Raser wurden von Zivilfahndern der Direktion Verkehrssicherheit dabei ertappt, wie sie deutlich schneller fuhren als mit den erlaubten 100 Stundenkilometern. [Weiterlesen…]

Aktualisiert: Ein Tatverd├Ąchtiger bereits festgenommen - einer noch fl├╝chtig

Polizei fahndet nach Autodieben

autodiebe

Wer kennt diese M├Ąnner? Die Polizei fahndet nach zwei Autodieben. Quelle: Polizei

 

Heddesheim/Ladenburg, 04. Januar 2013. (red/pol) Aktualisiert. Die Polizei teilte auf unsere Nachfrage mit, dass einer der Tatverd├Ąchtigen bereits in der Silvesternacht festgenommen werden konnte, ein weiterer ist noch fl├╝chtig, aber namentlich der Polizei bekannt. [Weiterlesen…]

42 km/h zu schnell

Zwei Rasern droht Fahrverbot

Viernheim A659/Lorsch A67, 08. November 2013. (red/pol) Polizei kontrollierte vergangenen Dienstagmittag den Verkehr auf der A659 und der A67. Zwei Rasern droht nun ein Fahrverbot. [Weiterlesen…]

Eltern w├╝nschen sich inklusiven Unterricht, der bisher als Schulversuch l├Ąuft

Nele ist ein Kind wie alle anderen – nur geh├Ârlos

Nele und Linn Sch├╝├čler besuchen die selbe Grundschule in Heddesheim. Ohne ihre Implantate w├Ąre Nele taub.

Nele und Linn Sch├╝├čler besuchen dieselbe Grundschule in Heddesheim. Ohne ihre Implantate w├Ąre Nele (links) aber taub.

Heddesheim/Weinheim/Rhein-Neckar, 16. Oktober 2013. (red/ld) Ihre Taubheit sieht man Ihr nicht an: Sie mag Musik, egal ob laut oder leise. Sie liebt Hip-Hop und Tanzen, Voltigieren und Karate. Nele ist von Geburt an geh├Ârlos. Trotzdem geht die Siebenj├Ąhrige auf dieselbe Schule wie ihre Schwester. Seit drei Jahren haben Eltern beeintr├Ąchtigter Kinder das Recht, ihre Kinder auf eine Regel- und nicht auf die Sonderschule zu schicken. Und das wird sehr gut angenommen – trotz vieler H├╝rden. [Weiterlesen…]

Lokaljournalismus 2.0

Vier Jahre Heddesheimblog: Wie aus Zufall ein System wurde

moma_prothmann

Hardy Prothmann, Chefredakteur, in einem Beitrag von ARD-Morgenmagazin zur Krise des Journalismus.

Heddesheim/Rhein-Neckar, 12. Mai 2013. Das Heddesheimblog.de und die anderen Ortsblogs gibt es nun seit vier Jahren – wir freuen uns sehr, dass wir diese vier Jahre ├╝berstanden haben und uns vor Ort, in der Region und sogar dar├╝ber hinaus etablieren konnten. Ein Blick zur├╝ck ist immer auch einer nach vorne. [Weiterlesen…]

Eine Studie gibt Einblick, welche B├╝rger protestieren und Beteiligung verlangen

Zeit, Wissen und eine gut gef├╝llte Kriegskasse

Die B├╝rgerinitiative zum Erhalt der Breitwiesen bei der ├ťbergabe von mehr als 5.000 ├ťberschriften. Der Lohn: Der B├╝rgerentscheid am 22. September 2013. Ganz links: OB Bernhard, Mitte: Fritz Pfrang.

 

Weinheim/Heddesheim/Ilvesheim/Ladenburg/Rhein-Neckar, 07. M├Ąrz 2013. (red/zef/tegernseerstimme.de) Egal, ob die aktuellen Debatte um den Neubau der Neckarbr├╝cke an der L597 oder die Proteste gegen den Bau eines Logistiklagers der Firma Pfenning in Heddesheim oder die Auseinandersetzung um die Weinheimer Breitwiesen. Schaut man sich die Ver├Ąnderungen der letzten Jahre in der Lokalpolitik an, wird eines offensichtlich: Es gibt vermehrt Protest. Die spannende Frage, die sich dahinter verbirgt: Wer sind die B├╝rger, die protestieren und was bezwecken sie? [Weiterlesen…]

Nur wenigen Kommunen bleiben Erh├Âhungen erspart

Rundfunkgeb├╝hren-Wucher f├╝r St├Ądte und Gemeinden in der Metropolregion

 

Rhein-Neckar, 25. Januar 2013. (red/aw) Auch Kommunen fordern jetzt Nachbesserungen beim neuen Rundfunkbeitrag. Seit dem 1. Januar 2013 werden die Geb├╝hren einer Gemeinde oder Stadt nicht l├Ąnger anhand der Ger├Ąteanzahl berechnet, sondern nach der Anzahl ihrer Dienststellen und Betriebsst├Ątten, unter Ber├╝cksichtigung der dort Besch├Ąftigten und nach der Anzahl ihrer Kraftfahrzeuge. Eine Berechnungsgrundlage die f├╝r viele Kommunen zu Kostensteigerungen f├╝hrt. Die Stadt Mannheim rechnet mit einem zus├Ątzlichen Mehraufwand von 3.000 Euro pro Monat. St├Ądte- und Gemeinde-Verb├Ąnde haben sich eingeschaltet.

Von Alexandra Weichbrodt

Aufreger Rundfunkbeitrag: Neben der ÔÇťnormalenÔÇŁ Bev├Âlkerung, kritisieren jetzt auch die Gemeinden und St├Ądte des Landes die neue Rundfunkgeb├╝hr der ├Âffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Seit der Reform muss jeder zahlen, ob er die Sender nutzt oder nicht. W├Ąhrend aber in Privathaushalten pro Wohnung ein Beitrag anf├Ąllt, m├╝ssen die Kommunen ihre Beitr├Ąge jetzt nach Anzahl ihrer Dienststellen und Betriebsst├Ątten unter Ber├╝cksichtigung der dort Besch├Ąftigten und nach der Anzahl ihrer Kraftfahrzeuge berechnen und bezahlen.

Eine Gemeinde oder Stadt, die viele Betriebst├Ątten wie B├╝rgerb├╝ros und Standes├Ąmter oder einen gro├čen Fuhrpark unterh├Ąlt, muss also ab diesem Jahr mit Mehrausgaben rechnen. Das bef├╝rchten auch der Deutschen St├Ądte- und Gemeindebund (DSTGB) sowie der Deutsche St├Ądtetag: Die Reform der bisherigen Rundfunkgeb├╝hr f├╝hre zu einer ÔÇ×deutlichen MehrbelastungÔÇť, hei├čt es in einer gemeinsamen Mitteilung. F├╝r die Mehrausgaben muss der B├╝rger als Steuerzahler erneut herhalten.

Gegenwehr garantiert

Da bleibt es nicht aus, dass die Kommunen sich wehren. Daf├╝r einsetzen werden sich auch der DSTGB und der Deutsche St├Ądtetag. Angesichts eines m├Âglichen Kostenanstiegs von bis zu 400 Prozent, fordern die Verb├Ąnde, das Thema erneut in der Rundfunkkommission und der Ministerpr├Ąsidentenkonferenz zu behandeln, um eine gerechtere L├Âsung zu finden.

Ihrer Ansicht nach benachteiligen die Neuregelungen besonders die b├╝rgernahen Kommunen: Je dezentraler eine Stadt- oder Gemeindeverwaltung organisiert ist, desto mehr Betriebsst├Ątten und Dienststellen habe sie. Und daran bemesse sich ja nun die neue Geb├╝hr. Die Folgen: Drastische Kostensteigerungen.

Eine Bewertungsgrundlage, die auch viele Gemeinde- und Stadtkassen in der Metropolregion zuk├╝nftig mehr belasten wird. So best├Ątigt uns der Ladenburger B├╝rgermeister Rainer Ziegler, dass die Rundfunkgeb├╝hr f├╝r die Gemeinde Ladenburg bisher bei etwa 2.000 Euro im Monat lag, in Zukunft aber deutlich teurer erwartet wird.

Man habe derzeit hinsichtlich der H├Âhe jedoch noch Kl├Ąrungsbedarf mit der Geb├╝hreneinzugsbeh├Ârde und warte auf Antwort auf die gestellten Anfragen. Die Gemeinde stehe au├čerdem mit den kommunalen Landesverb├Ąnden DSTGB und dem Deutschen St├Ądtetag in Verbindung.

├ťber Ma├čnahmen werden wir gegebenenfalls nach Beendigung der noch laufenden Verhandlungen und nach Abstimmung mit den Verb├Ąnden nachdenken,

so B├╝rgermeister Ziegler.

├ähnlich die Erwartungen in der Gemeinde Hirschberg. Hier erwartet die Gemeindeverwaltung eine Erh├Âhung von 1.655 Euro auf 1.940 Euro monatlich. Eine Steigerung von 17 Prozent mehr f├╝r den Rundfunkbeitrag.

Beitrag der Stadt Mannheim verdoppelt sich

Hart trifft es auch die Stadt Mannheim. Der bisherige Betrag von 2.700 Euro monatlicher Geb├╝hr, wird nach Sch├Ątzungen der Stadtverwaltung um 3.000 Euro zus├Ątzlich ansteigen, also 5.700 Euro im Monat, was einer Steigerung von rund 210 Prozent entspricht. Sicher sei man noch nicht, der erste Geb├╝hrenbescheid noch auf sich warten lasse. Einsparungsm├Âglichkeiten sieht die Stadt allerdings keine:

Organisationseinheiten, welche dem gleichen Zweck dienen, k├Ânnen sofern diese sich in einen Geb├Ąude befinden, zu einer Betriebsst├Ątte zusammengefasst werden. So k├Ânnten z.B. Geb├╝hren gespart werden. Diese und viele andere Einsparm├Âglichkeiten hat die Stadt Mannheim ausgesch├Âpft.

Auch die Stadt Mannheim steht in engem Kontakt mit dem St├Ądtetag Baden-W├╝rttemberg, der in der Angelegenheit bereits aktiv geworden ist.

Besser weg kommt da die Stadtkasse im hessischen Viernheim. Mit einer bisherigen viertelj├Ąhrlichen Rundfunkgeb├╝hr von 315,24 Euro ist die Stadt relativ g├╝nstig dabei. In Zukunft werden es aber wohl trotzdem ├╝ber 400 Euro Mehrkosten im Jahr, dank einer neu berechneten Rundfunkgeb├╝hr von gesch├Ątzten 419,45 Euro pro Quartal.

Weniger Geb├╝hren bleiben die Ausnahme

In Heddesheim hat man schon Gewissheit. Die Gemeinde hat bereits die erste Rundfunkbeitragsrechnung erhalten und kommt g├╝nstiger weg als vor der Reform:

In der Abrechnung wurde deutlich, dass der monatliche Beitrag f├╝r die Gemeinde im Vergleich zum alten Modell leicht gesunken ist.

Da wird Heddesheim aber wohl eine Ausnahme sein. Obwohl die Gemeinde mit rund 11.5000 Einwohner so gro├č ist wie die benachbarte Stadt Ladenburg, unterscheiden sich die Rundfunkgeb├╝hren erheblich. Grund daf├╝r ist die Anzahl der Betriebsst├Ątten. Dazu geh├Âren auch Bildungseinrichtungen, wie Schulen oder Kinderg├Ąrten.

So muss Heddesheim mit insgesamt nur drei Schulen einen deutlich kleineren Beitrag leisten, als Ladenburg mit neun Schulen. Antr├Ąge auf einer Befreiung solcher Bildungs- und Jugendeinrichtungen werden derzeit vielerorts noch gepr├╝ft und lassen ein endg├╝ltiges Ergebniss offen.

Definition „Betriebsst├Ątte“ gibt Anlass zur Diskussion

In Sachen Betriebsst├Ątten-Definition gibt es ohnhin noch erheblichen Kl├Ąrungsbedarf. Viele der Gemeinden, befinden sich auch deshalb noch in Verhandlungen mit der Geb├╝hreneinzugszentrale. Nach Auffassung dieser ist beispielsweise die Volkshochschule (VHS) eine eigene Betriebsst├Ątte, viele Kommunen sehen das allerdings anders, insbesondere wenn diese im Rathaus untergebracht ist.

Der Vater des neuen Modells, Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof, lobt seine Idee im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung trotzdem:

Ich habe gemeinsam mit den Rundfunkanstalten ein verfassungsrechtlich zul├Ąssiges und praktisch gebotenes Finanzierungssystem entwickelt. Wir haben das Ziel erreicht, einen einfachen, plausiblen Beitrag f├╝r alle B├╝rger zu schaffen.

Wie sich dieses Finanzierungssystem aber f├╝r Kommunen oder auch Unternehmen auswirkt, wurde wohl nicht ausreichend ausgewertet. Denn neben den St├Ądten und Gemeinden nutzen auch die Unternehmer in Deutschland den Stimmungsschwung.

Grund daf├╝r sind ebenfalls horrende Neuberechnungen des Rundfunkbeitrags. So soll die Drogeriekette dm etwa 270 Prozent mehr Geb├╝hren zahlen als noch 2012. Der Einzehlh├Ąndler Rewe f├╝rchtet gar eine Steigerung um 500 Prozent. Die Drogeriekette Rossmann droht aufgrund der Kostenexplosion sogar mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.

Schwetzingen und Heidelberg haben noch keinen ├ťberblick

Es wird sich zeigen, ob die Rundfunkkommission gemeinsam mit der Ministerpr├Ąsidentenkonferenz noch einmal eine Nachjustierung der Geb├╝hrenberechnung f├╝r St├Ądte und Gemeinden vornehmen. Fest steht, es wird einige Kommunen geben, die mit einem deutlichen Loch in ihrer Haushaltskasse aus der Geb├╝hrenreform herausgehen.

Einige St├Ądte in der Metropolregion lassen die wom├Âglich „teure ├ťberraschung“ der Rundfunkgeb├╝hrenreform aber auch einfach auf sich zu kommen. Manche haben sich noch nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt, so auch die Stadt Schwetzingen. Hier warte man mit Prognosen bis der erste Geb├╝hrenbescheid eintrifft. Die Berechnungsgrundlage sei derzeit einfach noch zu unklar, um Zahlen zu nennen. In Ludwigshafen wei├č man nichts genaues, weil die fr├╝here GEZ-Geb├╝hr dezentral aus den Budgets der Verwaltungsbereiche gezahlt worden ist.

├ähnlich ist es in Heidelberg. Das Problem hier: Es fehlt der ├ťberblick. Die Betriebsst├Ąttten hatten bisher eigenst├Ąndig mit der Geb├╝hrenzentrale abgerechnet.

Derzeit hat aber noch niemand bei der Stadtverwaltung alle Einzelposten zusammengestellt, um zu errechnen wie hoch der neue Gesamtbetrag ausfallen k├Ânnte,

erkl├Ąrte Dr. Bert-Olaf Rieck vom Amt f├╝r ├ľffentlichkeitsarbeit der Stadt Heidelberg.

 

Viernheimer ÔÇ×Forum der SeniorenÔÇť

F├╝r umweltfreundliches und nachhaltiges Wirtschaften zertifiziert

ÔÇ×Das Forum der Senioren hat im Rahmen der Initiative ÔÇ×Energieeffizienz Metropolregion Rhein-NeckarÔÇť an dem vom Land Baden W├╝rttemberg und der Europ├Ąischen Union gef├Ârderten Projekt ÔÇ×Nachhaltiges WirtschaftenÔÇť im Jahre 2012 mit Erfolg teilgenommen.ÔÇť Steht auf der Urkunde, die das „Forum der Senioren“ mit Stolz pr├Ąsentiert

 

Viernheim, 21. November 2012. (red/pm) ÔÇ×Das Forum der Senioren hat im Rahmen der Initiative ÔÇ×Energieeffizienz Metropolregion Rhein-NeckarÔÇť an dem vom Land Baden W├╝rttemberg und der Europ├Ąischen Union gef├Ârderten Projekt ÔÇ×Nachhaltiges WirtschaftenÔÇť im Jahre 2012 mit Erfolg teilgenommen.ÔÇť So lautet der Text der Urkunde, die das Team der Viernheimer Senioreneinrichtung (J├╝rgen Hoock, Thomas Mandel, G├╝nter Pokorny und Manuela Lopatta) bei der Pr├Ąmierungsveranstaltung ÔÇ×Nachhaltiges Wirtschaften MRNÔÇť im Ladenburger Domhof vor ein paar Tagen ├╝berreicht bekamen.

Information der Stadt Viernheim:

„Gew├╝rdigt wurden folgende Projekte: die bereits erfolgte Umstellung auf LED-Beleuchtung sowie die geplante Installation eines Blockheizkraftwerkes mit Spitzenlastkessel im Jahre 2013. Das FdS hat eine Schwachstellen-Analyse im Umweltschutz durchgef├╝hrt, die Einhaltung der relevanten Umweltrechtsvorschriften ├╝berpr├╝ft, ein Umweltprogramm erstellt und die organisatorischen Grundlagen f├╝r eine kontinuierliche Umweltleistung gelegt. Die Juroren kommen zu dem Schluss: Das Forum der Senioren zeichnet sich damit durch ein besonderes Engagement im betrieblichen Umweltschutz aus!

Neben Viernheim wurden f├╝nf weitere Betriebe pr├Ąmiert: Bauhof der Gemeinde Heddesheim, B├äKO-Zentrale S├╝ddeutschland eG, ERDA Gartenservice GmbH, Schulz K├Ąlte- und Klimatechnik GmbH und SEDOTEC GmbH & Co. KG. Die B├╝rgermeister Michael Kessler aus Heddesheim, Rainer Ziegler aus Ladenburg und Matthias Baa├č aus Viernheim ├╝berreichten zusammen mit Gerhard Moll vom Ministerium f├╝r Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-W├╝rttemberg das Zertifikat ÔÇ×Nachhaltiges Wirtschaften MRNÔÇť.

Energie sparen und dabei die Umwelt schonen

Das Wort ÔÇ×NachhaltigkeitÔÇť ist in aller Munde und die Dringlichkeit der Verkn├╝pfung von ├ľkonomie mit ├ľkologie bereits im Bewusstsein vieler Akteure verankert, dennoch scheint es oft nur als Modewort gebraucht zu werden. Im Projekt ÔÇ×Nachhaltiges Wirtschaften MRNÔÇť sind Unternehmen und Kommunen gemeinsam angetreten, dem Bewusstsein Taten folgen zu lassen und haben daf├╝r das Zertifikat ÔÇ×Nachhaltiges Wirtschaften Metropolregion Rhein-Neckar ()ÔÇť bekommen. Ausgelieferte Abfalltrennverfahren, LED-Beleuchtung, Optimierung der Logistikgeb├Ąude, Installation einer Photovoltaikanlage, Bau eines BHKWS, Isolierung des Dachbodens und Eco-Fahrtraining sind Beispiele f├╝r die nachhaltige Wirtschaftsweise.

Ein Jahr lang haben sich diese Firmen und Einrichtungen aus Viernheim, Heddesheim und Ladenburg ÔÇ×fit f├╝r die ZukunftÔÇť gemacht: Sie steigerten ihre Energieeffizienzleistung und optimierten ihr Wasser- und Abfallmanagement. Damit sparen die Firmen bares Geld ein und leisten gleichzeitig einen Beitrag f├╝r den Umwelt- und Klimaschutz.

Vor dieser Pr├Ąmierung liegt ein ganzes Jahr, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von erfahrenen Fachkr├Ąften der Firma Arqum in allen relevanten Themen des betrieblichen Umweltmanagements geschult wurden. Nach dem Motto ÔÇ×Mehrwert mit UmweltmanagementÔÇť haben die Firmen in mehreren gemeinsamen Workshops Ma├čnahmen f├╝r einen effizienten Umgang mit Energie und Rohstoffen erarbeitet und bisherige Erfahrungen ausgetauscht. Parallel dazu wurden in Beratungen vor Ort individuelle Programme entwickelt, um die Kosten des Energie-, Wasser und Betriebsmittelverbrauchs sowie des Abfall- und Abwasseraufkommens zu senken.

Mit dem Ziel, Energie und Rohstoffe effizienter zu nutzen und damit bares Geld einzusparen, richtet sich das Projekt gezielt an kleine und mittelst├Ąndische Unternehmen. Als Vorbild dient das Heidelberger Erfolgsmodell ÔÇ×Nachhaltiges WirtschaftenÔÇť, das seit 2001 ├╝ber 100 Unternehmen im Umweltmanagement unterst├╝tzt.

ÔÇ×Die Teilnahme ist ein Erfolgsrezept f├╝r jedes Unternehmen: Zukunftssicherung durch fr├╝hzeitige Kostensenkung, Unabh├Ąngigkeit von steigenden Energiepreisen und mehr Geld, das in andere Projekte investiert werden kann. Es gewinnen die Unternehmen und die Umwelt gleicherma├čenÔÇť, erkl├Ąrt die Projektleiterin Nicola Lender vom Umweltkompetenzzentrum Rhein-Neckar e.V. (UKOM).

Nachhaltiges Wirtschaften: Ein zentrales Thema im Viernheimer Forum der Senioren

ÔÇ×Mit der Teilnahme am Projekt ÔÇ×Nachhaltiges Wirtschaften MRNÔÇť zielten wir prim├Ąr darauf ab, externen Rat -einerseits zur Bewertung und Ordnung vorhandener Ideen, andererseits zur Gewinnung neuer Ans├Ątze – zur Verbesserung der Energieeffizienz im Betrieb einzuholen. Als kommunaler Eigenbetrieb sehen wir uns als Vorbild f├╝r die lokale Wirtschaft und Gesellschaft, dem wir gerecht werden wollen. Nat├╝rlich geht es um Sch├Ąrfung des ├Âkologischen Profils des Betriebes, letztlich aber auch um die Realisierung von Kostensenkungspotenzialen, die monet├Ąr messbar sindÔÇť, betonen Betriebsleiter J├╝rgen Hoock und Umweltverantwortliche Manuela Lopatta. Und weiter: ÔÇ× Das Projekt hat Ordnung in unsere bereits bestehenden ├ťberlegungen und die im Rahmen des Projekts neu entstandenen Ideen gebracht. Aus einer Vielzahl von Ideen wurden die aussichtsreichsten Handlungsans├Ątze herausgefiltert, um diese den kommunalen Gremien zur Umsetzung vorzuschlagen. Bei uns sind einige Projekte entstanden, die in n├Ąherer Zukunft Energie und damit auch Kosten einsparen werden.ÔÇť

B├╝rgermeister Matthias Baa├č freut sich ├╝ber die Verleihung des Zertifikats an das Viernheimer Forum der Senioren mit rund 130 Pflegepl├Ątzen: ÔÇ×Unsere Senioreneinrichtung ist stets bem├╝ht, den Balanceakt -wirtschaftlich zu arbeiten und trotzdem eine gute Qualit├Ąt zu bieten ÔÇô zu meistern.ÔÇť Das Thema Umweltschutz nehme hierbei eine gro├če Rolle ein.

Betriebsleiter J├╝rgen Hoock ist sich sicher, aus der Arbeit dieses Arbeitskreises einen hohen Nutzen ziehen zu k├Ânnen ÔÇô sowohl in ├Âkologischer als auch ├Âkonomischer Hinsicht. Vieles habe man bislang schon angepackt, beispielsweise die Umstellung der rund 300 Lampen in den Fluren auf LED-Technik. ÔÇ×Auch andere ÔÇ×EnergiefresserÔÇť wie L├╝ftungsanlagen, Fahrst├╝hle etc. haben wir fest im Blick. Durch ein Blockheizkraftwerk k├Ânnen wir pro Jahr rund 60 Tonnen CO 2 einsparen! Es w├Ąre zu begr├╝├čen, wenn sich noch mehr Viernheimer Firmen dem Arbeitskreis ÔÇ×Nachhaltiges WirtschaftenÔÇť anschlie├čen w├╝rden. Dem vergleichbaren Heidelberg Netzwerk sind 100 ans├Ąssige Unternehmen beigetreten. Das m├╝sste doch auch in Viernheim m├Âglich seinÔÇť, hofft Hoock auf weitere Beteiligung.

Das Viernheimer Forum der Senioren f├╝hlt sich dem Umweltschutz innerhalb der Einrichtung verpflichtet und hat eigens daf├╝r eigene Umweltleitlinien aufgestellt. Um deren Realisierung bem├╝hen sich alle, insbesondere die ehrenamtliche Umweltverantwortliche Manuela Lopatta. Sie ist f├╝r die Aufrecherhaltung und st├Ąndige Verbesserung des Umweltmanagementsystems verantwortlich.“

Fehlende Debatte: Der Rechtsradikalismus ist unter uns

Die NPD macht Punkte

„Dokumentation“ von rechten Auftritten – aktuell in Heidelberg.

Rhein-Neckar/Heidelberg/Mannheim/Ludwigshafen, 04. Oktober 2012. (red/pro) Heidelberger B├╝rger/innen und weitere Demonstranten aus dem Umland haben der NPD in Heidelberg gezeigt, dass die rechtsextreme Partei nicht willkommen ist. Wer jetzt gl├╝cklich und selbstzufrieden nach Hause geht und denkt, man „hat es den Braunen“ mal wieder gezeigt, der kann das tun und irrt doch gleichzeitig gewaltig. Die „Braunen“ haben sich ebenso gezeigt, sie tun das im Rahmen der gesetzlichen M├Âglichkeiten und versuchen daraus Profit zu schlagen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Politikwissenschaftlerin Ellen Esen reist unerm├╝dlich durchs Land und h├Ąlt mal vor sehr vielen, mal vor sehr wenigen Menschen Vortr├Ąge ├╝ber Rechtsradikalismus, insbesondere rechtsradikale Frauen und neue Formen und Formierungen von rechtsextremen Gruppen.

Wer der Expertin zuh├Ârt, erf├Ąhrt, dass die rechte Szene sehr aktiv ist und zwar au├čerhalb von NPD, REP oder DVU. Es sind einzelne Gruppen, kleine und gr├Â├čere Zirkel, die teils sehr spezialisiert ihr rassistisches und staatsfeindliches Gedankengut „pflegen“ und „formen“. W├Ąhrend die Medien immer noch stereotyp Symbolfotos von „Glatzen“ und „Springerstiefel“ zeigen, sobald es um Rechtsradikalismus geht, sagt die Forscherin Esen: [Weiterlesen…]

MdL Wolfgang Raufelder w├╝nscht sich "Alternativen" in den Debatten

„Die Debatte um die neue Autobr├╝cke ist ein Wahlkampfman├Âver“

Wolfgang Raufelder ist Landtagsabgeordneter, Stadtrat in Mannheim und verkehrspolitischer Sprecher der Gr├╝nen-Fraktion im Landtag.

 

Rhein-Neckar/Mannheim, 28. September 2012. (red) Der Landtagsabgeordnete und Mannheimer Stadtrat Wolfgang Raufelder ist verkehrspolitischer Sprecher der Gr├╝nen-Fraktion im Landtag. Als Seckenheimer kennt er die Probleme der L597 und das Nadel├Âhr der Br├╝cke nach Ilvesheim. Im Exklusiv-Interview ├Ąu├čert er sich zu Hintergr├╝nden was die aktuellen Verkehrsplanungen angeht – vor Ort, aber auch im Land. Und nicht nur zur Stra├če, sondern zu allen Verkehrstr├Ągern.

(Hinweis: Das Interview erscheint auf allen Blogs unseres Netzwerks. Spezifische Themen wie die Neckarbr├╝cke in den betreffenden Ortsblogs. Sie finden alle Blogs in der Men├╝leiste unter Nachbarschaft.)

Interview: Reinhard Lask und Hardy Prothmann

Herr Raufelder ÔÇô das Thema Verkehr ist ein Dauerbrenner. Fassen Sie doch mal kompakt Ihre Haltung f├╝r die Region zusammen.

Wolfgang Raufelder: Grunds├Ątzlich sind wir als Gr├╝ne angetreten auch in der Verkehrspolitik den ÔÇ×ModellsplitÔÇť also die Verkehrsstr├Âme zu ver├Ąndern. Wir sind f├╝r mehr und bessere Angebote ├Âffentlicher Verkehrsmittel im Regional- und Fernverkehr. Wir machen uns f├╝r die Neubaustrecke FrankfurtÔÇôMannheim stark und fordern die Ert├╝chtigung des Hauptbahnhofs Mannheim. Au├čerdem wollen wir die S-Bahn-Verbindung LadenburgÔÇôWeinheim vorantreiben. Bei Ladenburg ist ein Br├╝ckenschlag mit einem dritten Gleis viel notweniger, als die Stra├čenprojekte. Die L597 ist jetzt im Bewertungsschema. Das Land hat dabei die Projekte nach acht Kriterien von Kosten bis Umweltvertr├Ąglichkeit bewertet und eine Rangliste erstellt, wie dringend jedes Projekt ist.

Alte Planungen f├╝r eine neue Br├╝cke

Die L597 ist nach hinten gerutscht.

Raufelder: Nein. Die L597 steht auf einer ÔÇ×ExtrahitlisteÔÇť und hat eine Sonderstellung, weil sie mehr als 20 Millionen Euro kosten w├╝rde. Ich besch├Ąftige mich politisch seit 1993 mit der Br├╝cke. Das Hauptargument damals war eine direkte Verbindung zwischen Viernheim und Schwetzingen zu schaffen, weil es in Schwetzingen eine Gummi-Zellulose-Fabrik gab, in der viele Leute aus Hessen gearbeitet haben. Heute gibt es die Firma nicht mehr, weshalb es keine ├╝berregionale Notwendigkeit mehr gibt.

(von links) Die MdLs Wolfgang Raufelder und Uli Sckerl, Staatssekret├Ąrin Gisela Splett und B├╝rgermeister Andreas Metz vor dem Ilvesheimer Rathaus.

 

Trotzdem gibt es zu viel Verkehr auf der Br├╝cke zwischen Ilvesheim und Seckenheim.

Raufelder: ├ťber die Autobr├╝cke zwischen Ilvesheim und Seckenheim wickeln wir viel Binnenverkehr, aber kaum noch ├╝berregionalen Verkehr ab. Im Mannheimer Gemeinderat hatten wir viele Ideen die Verkehrsprobleme anders zu l├Âsen: mit Lkw-Durchfahrverboten oder Geschwindigkeitsbeschr├Ąnkungen in Seckenheim. Wir haben einen Verkehrsentwicklungsplan f├╝r die Region gefordert. Heraus kam, dass weit mehr als die H├Ąlfte der Fahrten zwischen Seckenheim und Ilvesheim nur zwischen diesen beiden Orten stattfinden – eine ├Ârtliche Belastung, die man sich selber macht. Die Situation k├Ânnte man verbessern, indem zum Beispiel die Seckenheimer mit dem Fahrrad ins Ilvesheimer Schwimmbad fahren. Alternativen wie Busse und Bahnen sind uns immer wichtiger als Stra├čen zu bauen.

„Mir fehlen Alternativen.“

Die B├╝rgerinitiativen sehen das anders. Die haben Sorge, dass die Br├╝cke nie kommt.

Raufelder: Schade ist, wenn B├╝rgerinitiativen nur ÔÇ×Br├╝cke und nichts anderesÔÇť fordern. Er w├Ąre ehrlicher gewesen, wenn da eine Breite der Konzepte herausgekommen w├Ąre. Man hat ja gemerkt, dass das Finanzierungskonzept der Br├╝cke von der CDU mitbestimmt war. Die hatten jahrzehntelang die M├Âglichkeit gehabt, das Projekt Br├╝cke anzugehen. Wir Gr├╝ne waren da schon immer breiter aufgestellt. Bei den Forderungen der B├╝rgerinitiative fehlen mir die Alternativen. Das werden wir aber auch mit den Initiativen noch besprechen. In Seckenheim habe ich das bereits gemacht.

Rund 150 Ilvesheimer und Seckenheimer demonstrierten f├╝r eine zweite Br├╝cke.

 

Wie verlief das Gespr├Ąch?

Raufelder: Es gibt schon viel Verst├Ąndnis daf├╝r, dass wir andere Ideen entwickeln m├╝ssen, um den Verkehr in den Griff zu bekommen. Neue Stra├čen ziehen mehr Verkehr an. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit, die aber immer wieder bestritten wird. Man muss aber ├╝berlegen, ob eine weitere Autobr├╝cke wirklich Ilvesheim und Seckenheim entlasten w├╝rde. Seckenheim hat im Zuge der Erneuerung seiner Hauptstra├če ÔÇô den Planken – jetzt eine neue Bushaltestelle erhalten. Erst wollte man die Bushaltestelle rauszunehmen. Dann hat der Einzelhandel gemerkt, dass da rund 40.000 Fahrg├Ąste vorbeikommen und viele davon auch da einkaufen.

Sie haben jetzt viel von den Vorteilen der Alternativen zur Br├╝cke gesprochen. Hei├čt das im Umkehrschluss, dass eine Br├╝cke f├╝r sie nur Nachteile hat?

Raufelder: Vieles was mit der Br├╝cke zusammenh├Ąngt ist negativ. Ich pl├Ądiere daf├╝r, dass die betroffenen Orte wirklich mal Vor- und Nachteile besprechen. In Edingen-Neckarhausen waren zum Beispiel schon immer viele sehr kritisch gegen├╝ber der Br├╝cke. Da es jetzt aber einige Zeit braucht bis das Geld f├╝r den Br├╝ckenbau bereitgestellt werden kann, sollte man sich ├ťbergangsl├Âsungen ├╝berlegen.

Neckargem├╝nd und Branich-Tunnel waren finanziell schlecht geplant

Wer soll die festlegen?

Raufelder: Ich stelle mir da einen Runden Tisch vor, an dem alle betroffenen Gemeinden ausloten was m├Âglich ist. Eine Frage ist, wie stark sich die Kommunen an den Kosten beteiligen k├Ânnen. Der Landesrechnungshof reagiert auf Argumente wie innerst├Ądtische Verkehre und Ortsumfahrten sehr sensibel. Im Gegensatz zu unseren Vorg├Ąngern wollen wir auf den Rechnungshof h├Âren.

Uns ist das Beispiel Neckargem├╝nd noch stark in Erinnerung. Hier sind die die Kosten von 19 Millionen D-Mark auf 53 Millionen Euro gestiegen. Der Rechnungshof bem├Ąngelte, dass es sich nur um eine Ortsumfahrung ohne ├╝ber├Ârtlichen Bedarf handelte.

Die Tunnell├Âsung war also f├╝r den Zweck zu teuer?

Raufelder: Ja. Um Verkehrsprobleme zu l├Âsen, muss man nicht immer teure Stra├čen, Tunnel oder Br├╝cken bauen. Ein Beispiel wie es anders geht: Wir haben mal bei der Firma angefragt, die Navigationskarten f├╝r die Lkw-Navigationsger├Ąte zu aktualisieren. Es kam heraus, wenn man ein Ziel im Casterfeld eingab, riet das Navi immer noch ├╝ber die Ausfahrt Ladenburg durch Ilvesheim zu fahren. Wer ins Gewerbegebiet Ladenburgs will, wird jetzt ├╝ber die Ortsumfahrung Feudenheim, Wallstadt, L597 geleitet ÔÇô fr├╝her wurden die auch durch Ilvesheim geleitet. Das sind kleinere Ma├čnahmen, die viel verbessern k├Ânnen.

Was gibt es noch f├╝r kleine L├Âsungen?

Raufelder: Lkw-Fahrverbote in Ilvesheim und Seckenheim w├Ąren weitere Ma├čnahme. Man k├Ânnte die B├╝rger auf den Festen in den Orten aufkl├Ąren, dass nicht jede Fahrt zwischen den Orten mit dem Auto sein muss. Da geben die Leute ├╝brigens auch oft zu, dass manche Fahrt gar nicht n├Âtig ist.

Vor dem Neubau ist der Sanierungsstau dran

Das klingt jetzt, als w├╝rde die Br├╝cke gar nicht mehr gebaut werden.

Wolfgang Raufelder will „alternative“ L├Âsungen – dazu geh├Âren neue Konzepte, aber auch Stra├čen.

Raufelder: Mit 18 Jahren habe ich mich zum ersten Mal mit der Br├╝cke besch├Ąftigt. Seitdem hat die CDU in jedem Wahlkampf gesagt, dass die Br├╝cke kommt. Zwischendrin gab es immer wieder alternative Ans├Ątze ÔÇô sogar von der FDP! Immer hat die CDU mit der Begr├╝ndung weggewischt, dass bald die Br├╝cke kommen solle und alle immer wieder bis zur kommenden Wahl vertr├Âstet. Ich bin jetzt 55 Jahre alt und die Br├╝cke ist immer noch nicht da. Daher sage ich: Wenn man die Br├╝cke in den kommenden Jahren nicht finanzieren kann, m├╝ssen wir uns ├╝ber Alternativen unterhalten. Wir haben bei der Regierungs├╝bernahme im vergangenen Jahr ├╝ber 700 Stra├čenbauprojekte vorgefunden. Keines war durchfinanziert. Die CDU hat Planfeststellungsverfahren eingeleitet ohne festzulegen, wie das in den kommenden Haushalten zu finanzieren ist. Jetzt wird auch noch der Branichtunnel teurer. Selbst wenn alles gut laufen w├╝rde, w├╝rde die Br├╝cke nicht vor 2020 kommen. Die CDU hat immer mit steigenden Einnahmen gerechnet, doch der Bund stellt nun nicht mehr so viele Gelder zur Verf├╝gung. Hinzu kommt, dass wir den Sanierungsstau angehen wollen. Stra├čenbr├╝cken, die in den 1970er-Jahren gebaut wurden m├╝ssen bald saniert werden. Manche Landesstra├čen wie in Wilhelmsfeld sind mittlerweile v├Âllig marode.

Herr Wacker wird aber nicht m├╝de zu behaupten, dass genug Geld da sei, aber die Gr├╝nen das Geld umgeschichtet h├Ątten, weil sie keine Stra├čen wollen.

Raufelder: Im jetzigen Haushalt wurde noch nichts umgeschichtet. Nur: Das rettet die Neckarbr├╝cke in Ladenburg nicht. Uns dr├Ąngt 1,2 Milliarden Wertsubstanzverlust an den Landstra├čen. Da ist oft nur ein kleines Loch, aber wenn das nicht geschlossen wird und Wasser eindringt und den Untergrund kaputt macht, dann werden aus Sanierungsf├Ąllen im Nu dringende Neubauten.

Aber langfristig ist eine Umschichtung geplant?

Raufelder: Ja. Bei den Stra├čenbauprojekten waren bisher immer 60 Prozent f├╝r den Stra├čenbau und 40 Prozent f├╝r den ├ľPNV vorgesehen. Bis 2016 sollen die Anteile nun gleich sein und danach langsam mehr in den ├ľPNV gehen.

Herr Wacker betreibt klar Wahlkampf

Sie meinen, dass Herr Wacker dieses Thema jetzt auf die Agenda nimmt, um beim W├Ąhler zu punkten?

Raufelder: Das ist ein klares Wahlkampfman├Âver. Ich habe mir mal die L597-Akten aus Stuttgart kommen lassen. In den ganzen Jahren, als wir gefragt haben, wann der Planfeststellungsbeschluss kommt und wie es aussieht, gab es einen oder zwei Briefe von Georg Wacker oder Herrn Reichert. Die lapidare Antwort der CDU-Landesregierung lautete: ÔÇ×Vertr├Âstet eure W├Ąhler vor Ort. Wir werden sowieso zuerst den Branichtunnel vorantreiben.ÔÇť Die alte Regierung versuchte in jedem Wahlkreis irgendeine Stra├če anzufangen, damit der ├Ârtliche Abgeordnete dann gut dasteht. Das haben wir ge├Ąndert. Wir achten jetzt auf den Nutzen eines Stra├čenbauprojekts.

Vor-Ort-Termin in Seckenheim. Der Mannheimer Stadtteil hat ein echtes Verkehrsproblem.

 

Sprich: Er hat sich auch nicht um den Bau der Br├╝cke gek├╝mmert.

Raufelder: Wenn er sich damals am Anfang so stark f├╝r die Br├╝cke eingesetzt h├Ątte, h├Ątte man die Br├╝cke in der CDU-Regierungszeit ja umsetzen k├Ânnen. Wir sind jetzt seit einem Jahr dabei aufzur├Ąumen und entdecken, dass bei der CDU einiges schiefgelaufen ist. Egal, wo wir nachschauen: ├ťberall kommen Haken zum Vorschein ÔÇô sei es bei der EnBW-Aff├Ąre, der Polizei oder der Bildung.

Wie sieht es in der Bildung aus?

Raufelder: Da ist es ganz extrem. Bildungsministerin Annette Schavan schreibt uns, wie positiv sie das zweiz├╝gige Schulsystem findet und im Landtag tut die CDU so, als wenn das nie ein Thema bei ihr gewesen w├Ąre. Wenn Georg Wacker im Parlament pl├Âtzlich erz├Ąhlt, wie toll doch das dreigliedrige Schulsystem sei, kann man nur noch staunen.

Was erstaunt sie daran?

Raufelder: Er hat immer noch dieses Regierungsgehabe und sollte langsam mal in die Realit├Ąt zur├╝ckkehren und schauen, wo wir zusammenarbeiten k├Ânnen. Ich praktiziere das auch, wenn ich Gerhard Stratthaus frage, was er als wichtige Ma├čnahme in der Region ansieht. Was den Ausbau des Mannheimer Hauptbahnhofs anbelangt, herrscht Gott sei Dank auch bei CDU und FDP die ├ťbereinkunft, dass man im Interesse Mannheims da an einem Strang ziehen muss.

„Ich sehe derzeit keine neuen Stra├čen.“

Bleiben wir bei den Stra├čen. Die Landesregierung will in den kommenden Jahren 83 Millionen in den Ausbau von Landesstra├čen stecken. Welche Projekte werden in der Region stattfinden?

Raufelder: Der Gro├čteil wird in den Branichtunnel flie├čen und Sanierungsma├čnahmen einiger Stra├čen betreffen. Neue Stra├čen sehe ich derzeit keine.

Insofern hat Wacker recht, wenn er sagt, dass sie keine Stra├čen bauen wollen.

Raufelder: Schon, aber sie m├╝ssen auch sehen, dass der Rhein-Neckar-Kreis gut erschlossen ist. Wenn man die Verkehrswende ehrlich will, muss man den Bestand erhalten und durch effiziente Systeme effektiver nutzen. Das ist besser, als mehr Stra├čen zu bauen. Wir haben im Kreis oft Parallelverkehr von Bundesstra├čen und Autobahnen. Da gibt es noch viel Potenzial. Die intelligente Stra├če ist Bestandteil unserer Philosophie. Wir wollen, dass f├╝r jeden Nutzer das entsprechende Verkehrsmittel bereit steht: Das geht vom Fahrrad, ├╝ber Fu├čg├Ąngerweg bis zu Bus und Bahn und auch zum Auto. ÔÇ×ModellsplitÔÇť und Flexibilit├Ąt sind da die Stichworte.

Die Mienen der Gemeinder├Ąte aus Ilvesheim und Mitgliedern der B├╝rgerinitiative sprechen B├Ąnde.

Werden sie daf├╝r eine Mehrheit in der Bev├Âlkerung finden?

Raufelder: Ich denke schon. Bei den ├älteren wird das Auto bald auch nicht mehr die Stellung haben, die es in den Generationen zuvor hatte. In vielen l├Ąndlichen Bereichen organisieren sich heute immer mehr Fahrgemeinschaften. Die Rufbussysteme werden immer beliebter. Viele Leute finden den Trend weg vom Auto auch gut, weil sie das Auto nicht mehr als Allheilmittel sehen. Junge Leute sind heute nicht mehr so autoaffin wie meine Generation. Gerade die 18- bis 30-J├Ąhrigen fordern heute vermehrt Carsharing-Modelle. Die wollen kein eigenes Auto besitzen, aber bei Bedarf eins nutzen k├Ânnen, um von A nach B zu gelangen.

„Viele Ortsumfahrten sind gar nicht mehr gewollt.“

Wird dann in Heddesheim zum Beispiel keine Ortsumfahrung n├Âtig sein, weil immer weniger dort ein eigenes Auto besitzen wollen?

Raufelder: Man wird die Heddesheimer kritisch fragen m├╝ssen, wo sie hinwollen. Die Frage ist auch, wie man Heddesheim stadtplanerisch entwickeln will. M├Âchte man zum Beispiel die Landschaft als Teil der Lebensqualit├Ąt vor Ort einbeziehen? Das m├╝ssen die B├╝rger beantworten, wenn es darum geht, wo sie mit der Ortsumgehung hinwollen. Soll der Verkehr nach Mannheim gelenkt werden? Darunter w├╝rde wieder der Heddesheimer Einzelhandel leiden und so auch die Wohnqualit├Ąt.

Die Heddesheimer Ortsumfahrt hat also mehr Nach- als Vorteile?

Raufelder: Was ich damit sagen wollte: Viele Ortsumfahrten sind heute gar nicht mehr gewollt. Wenn nur eine gebaut werden soll, um Gewerbegebiete wie Pfenning dort anzusiedeln, dann wollen wir Gr├╝ne das nicht. So denken auch viele Heddesheimer. Die wollen wissen, was diese Stra├če soll. Die fragen, ob nur wieder riesige Gewerbegebiete entstehen sollen oder sie davon einen Nutzen in Form einer Ortskernentlastung haben.

├ťber 80 Millionen Euro kostet der Branichtunnel in Schriesheim, um den Odenwald anzuschlie├čen. Die alte CDU-Regierung hatte das Projekt nicht durchfinziert.

Raufelder: Ich habe mich au├čerhalb der Ferienzeit auf den Fritz-Kessler-Platz gesetzt, um zu sehen, was da um 17, 18 Uhr los ist. Da gab es keine gro├čen Staus. Ilvesheim und Seckenheim haben da vergleichsweise viel gr├Â├čere Verkehrsprobleme.

Seit Heddesheim ein Einfahrverbot f├╝r Lkws hat, die l├Ąnger als zw├Âlf Meter sind, ist die Situation deutlich besser geworden.

Raufelder: Das meinte ich damit, dass intelligente Verkehrsleitung einiges erreichen und verbessern kann.

Wenn aber Pfenning und Edeka entwickelt sind, k├Ânnten Politik und Unternehmen die Ringstra├če fordern, weil sonst der ganze Lkw-Verkehr durch den Ort geht.

Raufelder: Wenn es so ist, dass viele ausw├Ąrtige Arbeitnehmer dort arbeiten, m├╝ssen sie solche Diskussionen f├╝hren. Da muss man aber so offen diskutieren und die neuen Gegebenheiten wie Edekaerweiterung anerkennen. Es gibt ja so ein Abkommen auch auf regionaler Ebene, dass man den Verkehr sichtet und schaut, ob das alles so klappt, wie man sich das vorstellt. Da m├╝ssen wir auch dranbleiben, das ist auch auf Landesebene deutlich geworden ÔÇô wir m├╝ssen die Verkehre landesweit beobachten ÔÇô auch in ├ťbergangsbereichen.

Wie machen Sie das?

Raufelder: Es gibt diese Pfosten, die sehr diskret z├Ąhlen k├Ânnen. Die werden angebracht und dann machen wir eine Echtz├Ąhlung, um zu messen, wie belastet die Stra├če tats├Ąchlich ist. Oft sind es nur Prognosen durch Simulationen oder Annahmen. Durch die g├╝nstigen Leihpfosten werden wir echte Z├Ąhlungen vornehmen.

„Wir werden anhand von Zahlen entscheiden und nicht leere Versprechungen abgeben.“

Gibt es da bereits Beispiele f├╝r?

Raufelder: Wir haben das in Freiburg mit Fahrr├Ądern gemacht. Dabei kam raus, dass manche Radwege total ├╝berlastet waren und wir mussten diese erweitern. Daher wollen wir jetzt auch bei Stra├čen die Echt├╝berpr├╝fung haben. Dabei kann rauskommen, dass die Belastungswerte so hoch sind, dass auch Gr├╝ne handeln m├╝ssen und wir uns f├╝r Stra├čenbau einsetzen.

Ist das bereits vorgekommen?

Raufelder: Ja, im Fall T├╝bingen-Stuttgart wird jetzt eine dritte Spur angebaut, weil wir festgestellt haben, dass die Verkehrsbelastung zwischen T├╝bingen und Stuttgart sehr stark zugenommen hat. Der Grund ist, dass die Leute gerne nach T├╝bingen ziehen, weil Infrastruktur und Erholungssituation zum Wohnen ideal sind, sie aber in Stuttgart arbeiten. Da macht es Sinn, dass diese Strecke erschlossen wird ÔÇô allerdings auch eisenbahnm├Ą├čig.

Breitgasse: R├╝ckstau soweit das Auge reicht. Die Ampel l├Ąsst immer nur vier, f├╝nf Fahrzeuge durch. Bild: hirschbergblog

Was ist mit der B3 an der Bergstra├če. Hirschberg leidet wie die H├Âlle an dieser Stra├če. Schriesheim auch. K├Ânnen sie da Einfluss nehmen, obwohl die Stra├čen dem Bund unterstehen?

Raufelder: Wir werden vom Bund befragt, wie es mit Bundesstra├čen aussieht. Da haben wir jetzt auch eine Rangfolge von Stra├čen angegeben, die am dringendsten angegangen werden m├╝ssen. Die wurde bisher vom Bund noch nicht best├Ątigt. Bei der B3 wird auf jeden Fall diskutiert und wir schauen, welche Verlagerungspotenziale da sind und welche Doppelfunktion es mit der Autobahn gibt. Da haben wir dem Bund signalisiert, dass wir die Stra├čen gerne erweitern w├╝rden. Der Bund findet es zwar gut, dass wir das so machen, aber er hat letztendlich das Recht, das Geld so zu verteilen, wie er es will.

Wir haben auch ein Verkehrskonzept auf Bundesebene was Bundesautobahnen und -fernstra├čen angeht. Da haben wir eine Erweiterung der Autobahn A6 diskutiert, um dem Bund zu signalisieren, dort besteht zum Beispiel ein Kapazit├Ątsproblem. Die Gr├╝nen machen also auch Stra├čenprojekte ÔÇô wenn sie Sinn ergeben.

„Wir m├╝ssen den Verkehrszuwachs in die richtigen Bahnen lenken.“

Die B3 k├Ânnen sie an der Bergstra├če nicht ausbauen. In Gro├čsachsen bilden die H├Ąuserreihen ein Nadel├Âhr. Die Stra├če geht durch den Ort. Da m├╝sste man die A5 ausbauen.

Raufelder: Die Alternative w├Ąre eine Ortsumfahrung. Bei der B3 ist aber das gro├če Problem, dass sie auch eine Ausweichfunktion zur Autobahn hat. Hier stellt sich auch wieder die Frage: Wie intelligent mache ich die B3, dass sie nur den Verkehr aufnimmt, der an die Bergstra├če will. Die Orte an der Bergstra├če leiden auch unter ihrer touristischen Attraktivit├Ąt. Die Anwohner sind da auch zwiegespalten, ob Stra├čenprojekte immer sinnvoll sind, um den Tourismus weiterzuentwickeln. Es ist nun unsere Aufgabe, die Stra├čen zu optimieren und den Verkehrszuwachs in die richtigen Bahnen zu lenken.

In Hirschberg l├Ąuft richtig was schief. Die OEG ist zwar ausgebaut worden, aber durch die ├ťberg├Ąnge kommt es zu langen Wartezeiten an den Ampeln. Das Problem: Viele sitzen allein im Auto, statt die OEG zu nutzen. Man vermisst bei den Gr├╝nen den ehrlichen Hinweis, dass das so gewollt ist.

Raufelder: Dass die OEG jetzt viel schneller zwischen Heidelberg und Weinheim agiert und das sie eine echte Alternative zum Auto ist, m├╝ssen wir den Leuten noch klar machen.

„Es braucht eine Aufkl├Ąrungskampagne.“

Bei den Benzinpreisen sollte das doch leicht sein, oder?

Raufelder: Noch fehlen gen├╝gend Park-and-Ride-Haltepl├Ątze an den Haltepunkten. Im Koalitionsvertrag steht, dass wir alle Kommunen im Ein-Stunden-Takt erreichbar machen wollen. Da spielt auch der Bus eine wichtige Rolle. Wir wollen auch Parkstationen in Schriesheim, Hemsbach, Laudenbach bauen, um den Verkehr dort aufzunehmen. Dort k├Ânnen die Leute dann in die Bahn umsteigen, um in die Innenst├Ądte von Mannheim, Heidelberg oder Weinheim zu fahren.

Dar├╝ber m├╝ssen die Leute aber auch informiert werden.

Raufelder: Die Aufkl├Ąrungskampagne ist wichtig. Da sind wir immer auch auf die B├╝rgermeister angewiesen, dass die da mitmachen. Das Dilemma mit den Wartezeiten zeigt, dass die Leute noch zu sehr auf das Auto fixiert sind. Wir werden diese Verkehrskonzepte in Zukunft besser kommunizieren und einen guten ├ľPNV auch gut vermarkten. In Berlin oder Stuttgart gibt es viele Bewohner, die in der Innenstadt gar kein Auto mehr haben, weil der ├ľPNV so gut ist. Im Rhein-Neckar-Kreis hat der ├ľPNV-Ausbau jedoch mit dem S-Bahn-Bau erst sp├Ąt angefangen. Da sind wir hintendran. Die hohen Zuwachsraten lassen jedoch hoffen, dass die Leute das mehr und mehr annehmen. Daher ist auch die zweite Ausbaustufe der S-Bahn ein Muss. Selbst die OEG zieht trotz Problemen immer mehr Fahrg├Ąste an. Auch beim AST Heddesheim sind Zuwachsraten da.

Mit ├╝ber 80 Millionen Euro ist der Branichtunnel das teuerste Verkehrsprojekt derzeit. Werden nun deswegen alles anderen im Kreis geplanten auf Eis gelegt?

Raufelder: Nein. Was wirklich reingehauen hat, war der Tunnel in Neckargm├╝nd. Da war eine enorme und unerwartete Steigerung der Baukosten. Da sind jedoch Mittel aus Sanierungsma├čnahmen reingeflossen, sodass wir da noch Luft haben. In Sachen Stra├čensanierung sind wir nun jedoch mehr gefordert, als wir uns das gew├╝nscht h├Ątten.

Die Feudenheimer Schleuse wird f├╝r 135-Meter-Schiffe „ert├╝chtigt“.

 

Die Gr├╝nen wollen auch den Neckar durchg├Ąngig zur wettbewerbsf├Ąhigen Wasserstra├če ausbauen. Wie soll das funktionieren?

Raufelder: Wir wollen die ÔÇ×Bundeswasserstra├če NeckarÔÇť von Mannheim bis Stuttgart leistungsf├Ąhig auszubauen. Dazu m├╝ssen wir erstmal die vorhandene Infrastruktur sanieren. Ein Beispiel ist die Schleuse bei Plochingen, die komplett saniert werden muss.

Viel Verkehr kann von der Stra├če aufs Wasser.

Wer soll denn auf dieser ÔÇ×Bundeswasserstra├čeÔÇť fahren?

Raufelder: Hintergrund ist der, dass Audi und Mercedes sich ├╝berlegen, von Stuttgart aus Schiffe in Roll-in-roll-off-Anlage auf die Wasserstra├če bringen. In Mannheim wollen wir eine zentralen Punkt schaffen, wo Stra├če, Wasserstra├če und Schiene an einem Punkt zu zentralisiert werden und es eine Umladem├Âglichkeit gibt. Wir haben hier in der N├Ąhe das Frachtverladezentrum der BASF, den Hafen Mannheim und den in Ludwigshafen. Heilbronn ist gerade er├Âffnet worden, um die Trimodalit├Ąt zu erreichen. Hinzu kommt, dass wir den Neckar f├╝r 135-Meter-Schiffe fit bekommen m├╝ssen. Dazu soll je eine Scheusenkammer ├╝berall zwischen Mannheim und Stuttgart auf 140 Meter erweitert werden. Kleinere Schiffe und Ausflugsschiffe nutzen die andere kleinere Schleuse.

Wann soll es losgehen?

Raufelder: Beim Bund steht der Ausbau bis Heilbronn bereits auf der Agenda. Allerdings hat Verkehrsminister Ramsauer den Neckar ab Heilbronn bis Stuttgart abgestuft.

Was bedeutet das?

Raufelder: Raufelder: Damit hat der Ausbau in dem Abschnitt kaum Realisierungschancen. Dagegen wollen wir vorgehen, weil wir zur Stra├čenentlastung auf jeden Fall die Wasserstra├čen brauchen. Wir haben das Angebot von Audi und Mercedes, dass sie auf Schiffe als Transportmittel setzen ÔÇô Ford macht bereits seinen gesamten Transport von K├Âln bis nach Rotterdam per Schiff.

Gibt es also einen Trend weg vom Lkw hin zum Schiff ÔÇô wenn es m├Âglich ist?

Ja. Der Rotterdamer Hafen vergr├Â├čert sich bereits in dieser Richtung. Auch die deutsche Industrie setzt auf die Wasserstra├če Neckar-Rhein mit Verladung f├╝r den ├ťberseetransport in Rotterdam. Der Vorteil f├╝r die Unternehmen ist, dass Schiffe von Stuttgart bis Rotterdam durchfahren k├Ânnen und keine Zwischenstopps mehr n├Âtig sind. F├╝r die Logistiker ist das enorm wichtig. Zudem spart man auf den Fl├╝ssen auch die Lkw-Maut. Allerdings lohnt sich das Ganze logistisch erst, wenn 135-Meter-Schiffe eingesetzt werden k├Ânnen. Daher m├╝ssen wir alles daran setzen, den Neckar bis Stuttgart entsprechend zu ert├╝chtigen.

Aber diese Ert├╝chtigung ist doch jetzt angelaufen?

Raufelder: Aber nicht durchg├Ąngig bis Stuttgart. Da sperrt sich Bundesverkehrsminister Ramsauer noch. In Baden-W├╝rttemberg haben wir bei dem Thema ├╝brigens eine gro├če Koalition. Selbst die CDU ist f├╝r die Ert├╝chtigung des Neckars bis Stuttgart. Bei meiner Rede zu dem Thema habe ich im Landtag erstmals sogar Applaus von der CDU bekommen.

Wieviele 40-Tonner passen in ein 135-Meter-Schiff?

Raufelder: Die Logistiker sprechen von rund 120 St├╝ck, die man dann nicht mehr auf der Stra├če h├Ątte. Ein weiterer Vorteil w├Ąre, dass die Autos nicht aufw├Ąndig verpackt werden m├╝ssen und die Verschmutzungs- und Besch├Ądigungsrate weitaus geringer ist, als beim Transport mit Zug oder Lkw. Was noch fehlt, sind entsprechende Wendem├Âglichkeiten f├╝r diese langen Schiffe auf dem Neckar. Die m├╝ssen wir noch zus├Ątzlich anlegen.

Wendepunkt Ladenburg

Wo sollen die entstehen?

Raufelder: Eine m├╝sste im Bereich Ladenburg sein. Vor dem Wehr dort ist jedoch in meinen Augen bereits eine nat├╝rliche Wendem├Âglichkeit. In die Diskussion m├╝ssen wir allerdings die B├╝rger miteinbeziehen, weil das ein massiver Eingriff in die Landschaft ist.

Was muss in Mannheim noch getan werden?

Raufelder: Im Hafen Mannheim muss man ├╝berlegen, wo man Aufstellfl├Ąchen f├╝r Lkws und die Umladefl├Ąchen hinbaut. F├╝r eine intelligente Logistik und Stra├čenf├╝hrung braucht man Alternativen, wo man etwas verladen kann. Wir wollen daf├╝r die Rheintalschiene ausbauen. Da gehtÔÇÖs dann wieder um L├Ąrmschutz, Kapazit├Ąten, das Hafengleis vom Mannheimer Hauptbahnhof zum Hafen muss ert├╝chtigt werden. Da geht es um viele kleine Stellschrauben, die man bedenken muss.

Also reden wir ├╝ber neue Schleusen und Hafenausbau in Mannheim, Stuttgart, Heilbronn ÔÇŽ

Raufelder: Mannheim haben wir schon ausgebaut, Heilbronn haben wir gerade neu er├Âffnet. Es ist schon in die richtige Richtung investiert worden. Wichtig ist jetzt, die alten Schleusen zu sanieren und auf die richtige Gr├Â├če auszubauen.

Wird f├╝r den Flussausbau dann beim Stra├čenbau gespart?

Raufelder: Nein. Beim Ausbau der ÔÇ×Bundeswasserstra├čeÔÇť Neckar geht es um Bundesmittel. Wir m├╝ssen jetzt den Bund dazu bewegen, dass er endlich mit dem Ausbau anf├Ąngt. Wir sind dabei bereits in Vorleistung getreten und haben bei Projekten, die der Bund zahlen m├╝sste, von uns aus Geld vorgelegt, damit es schneller geht. Auch die Rheintalschiene ist da ein Beispiel. Die Umfahrung Offenburg haben wir jetzt f├╝r fast 100 Millionen Euro in die Hand genommen. Wir haben Vertr├Ąge mit Italien und ├ľsterreich und der Schweiz, dass wir eine bestimmte Verkehrslast durch den Gotthardtunnel bis 2013 garantieren m├╝ssen. Sonst m├╝ssen wir eine Strafe zahlen. Es w├Ąre f├╝r uns eine Katastrophe, wenn der Ballungsraum Mannheim dabei abgeh├Ąngt werden w├╝rde.

W├Ąhrend Ilvesheim und Seckenheim den Verkehr ├╝ber haben, holt sich Heddesheim riesige Logistikzentren ins Gewerbegebiet.

 

Aber da herrscht doch Einigkeit unter den Parteien.

Raufelder: Vom CDU-Abgeordneten Georg Wacker und anderen Kollegen h├Ârt man allerdings nichts, wenn wir uns beim Bund massiv f├╝r die Metropolregion einsetzen und zu verhindern versuchen, dass Mannheim abgeh├Ąngt wird. Bedauerlicherweise nehmen auch die Zeitungen das Thema nicht auf. In Offenburg werde ich in der Presse zitiert, dass ich um Verst├Ąndnis werbe, wenn wir in Mannheim investieren. Wenn wir in die Wasserstra├če bei Stuttgart investieren, kommt das wiederum Mannheim zugute. Wir m├╝ssen wegkommen von dieser ÔÇ×G├╝terhaltungÔÇť auf der Autobahn. Wenn sie auf der Autobahn von Heilbronn nach Stuttgart fahren, sehen sie morgens nur Lkw an Lkw. Viele davon sind zudem nur zur H├Ąlfte oder einem Drittel beladen.

Hat zum Beispiel Mercedes nun bereits die entsprechenden Schiffe und Anlagen oder sollen die erst gekauft werden, wenn der Neckar ausgebaut ist?

Raufelder: Wenn die Infrastruktur da ist, wollen sie loslegen.

Gibt es bereits einen Zeitplan? Wann ist der Neckar bereit?

Raufelder: Wir haben mit Minister Ramsauer gesprochen: Bis 2016 brauchen wir ein klares Zeichen, dass der Ausbau bis Stuttgart stattfindet. Wir k├Ânnen nicht mehr lange warten. Was den gewerblichen Verkehre auf den Stra├čen angeht ÔÇô die sind jetzt schon ausgelastet. Die Besch├Ądigung durch Lkws kommt da noch hinzu. Deswegen sind wir auch gegen den Gigaliner, weil die Belastung von Br├╝cken und Stra├čen horrend w├Ąre.

Wie viel Verkehr k├Ânnte der ausgebaute Neckar von den Stra├čen wegnehmen?

Raufelder: Das k├Ânnen wir jetzt noch nicht beziffern. Wenn sie sich aber vorstellen, dass die Werke in Sindelfingen oder Stuttgart einen Gro├čteil ihrer Produktion ├╝ber Wasserstra├čen transportieren w├╝rden, w├Ąre das eine gigantische Entlastung. Eine erste grobe Sch├Ątzung geht davon aus, dass der voll ert├╝chtigte Neckar bis Stuttgart die H├Ąlfte des dortigen Lkw-Verkehrs aufnehmen k├Ânnte. Das ist aber ├╝ber einen ganz dicken Daumen gepeilt, zumal dann auch Logistiker sagen, dass sie die Lkw in diesem Fall anders einsetzen w├╝rden. Aber langfristig wird es eine gro├če Entlastung sein. Gerade f├╝r die Strecke von Heilbronn nach Stuttgart.

Nun wird zwischen Weinheim und Viernheim gesucht

Seismische Messungen gehen voran

Viernheim, 26. September 2012. (red/pm) Die Arbeiten der Firma Rhein Petroleum gehen planm├Ą├čig voran: Aktuell f├Ąhrt der aus ein bis drei Fahrzeugen bestehende Messzug auf einer imagin├Ąren West-Ost-Linie von Weinheim nach Viernheim. Die seismischen Messungen geben mit Schallwellen den Experten Hinweise darauf, ob m├Âglicherweise Erd├Âl im Untergrund vorhanden ist.┬á

Information der Firma Rhein Petroleum:

„Die Spezialfahrzeuge waren in den vergangenen Tagen in L├╝tzelsachsen unterwegs und haben sich ├╝ber Waid und Ofling in Richtung Viernheim bewegt. Im Stadtgebiet von Viernheim werden die Arbeiten bald abgeschlossen sein. Anschlie├čend geht es ├╝ber die Weststadt zur├╝ck in den Innenstadtbereich von Weinheim, sodass dort ab Donnerstag dieser Woche (KW 40) gemessen wird. Um die Arbeiten m├Âglichst rasch durchzuf├╝hren, finden die Messungen von Montag bis Samstag t├Ąglich etwa zwischen 7 und 22 Uhr statt, wobei nach 20 Uhr nicht innerorts gemessen wird. Trotzdem kann es vereinzelt vorkommen, dass die dann im Feld durchgef├╝hrten Arbeiten im Wohngebiet zu h├Âren sind. Rhein Petroleum bittet hierf├╝r um Verst├Ąndnis.

Das Vibroseismik-Verfahren

Als bew├Ąhrtes Messverfahren wird die sogenannte Vibroseismik angewandt. Bei diesen seismischen Untersuchungen fahren die gel├Ąndeg├Ąngigen, LKW-├Ąhnlichen Spezialfahrzeuge mit Stra├čenzulassung die Messstrecke ab und messen kurz an jedem vorbereiteten Punkt. Diese Punkte wurden zuvor per GPS von Hand festgelegt und mit einem kleinen Holzpflock oder einem Farbpunkt auf dem Boden markiert.

An den rot markierten Punkten halten die Fahrzeuge kurz und messen. Hierbei werden durch das hydraulische Absenken einer Bodenplatte f├╝r etwa zw├Âlf bis 16 Sekunden leichte Schallwellen in den Untergrund gesendet, die von den jeweiligen Gesteinsschichten reflektiert werden und so wieder an die Erdoberfl├Ąche zur├╝ck gelangen. Die Reflexion dieser nicht h├Ârbaren Schallwellen wird von bis zu 20.000 Erdmikrofonen aufgezeichnet und direkt an einen Messwagen geleitet. Diese Mikrofone sind an gelben Markierungen ausgelegt und alle mit orangefarbenen, stromlosen Kabeln miteinander verbunden.

Beim Aussenden der Schallwellen ist unmittelbar neben den Fahrzeugen ein leichtes Vibrieren zu sp├╝ren. Dar├╝ber hinaus werden die Messungen und das Einhalten beh├Ârdlich vorgegebener Richtlinien permanent ├╝berwacht. Diese speziell auch f├╝r bewohnte Gegenden entwickelte, sehr schonende 3-D-Seismik erm├Âglicht eine Darstellung des Untergrunds bis in Tiefen von mehreren Kilometern. Um ein m├Âglichst aussagekr├Ąftiges Bild zu bekommen, macht der Messtrupp etwa alle 40 Meter Halt, so dass der Zug pro Tag eine Strecke von etwa drei bis vier Kilometern zur├╝cklegt ÔÇô je nach ├Ârtlicher Gegebenheit. Dabei bewegen sich die Fahrzeuge ausschlie├člich auf von den jeweiligen Eigent├╝mern oder genehmigenden Beh├Ârden sowie St├Ądten und Gemeinden freigegebenen Stra├čen, Wegen und Fl├Ąchen.

Vorgehensweise im Detail

Die Kabel und Mikrofone werden in Ost-West-Richtung auf einer L├Ąnge von zehn Kilometern ausgelegt. Im Gel├Ąnde zu sehen sind elf bis 15 dieser Kabellinien mit Abst├Ąnden von jeweils 400 Metern. Je nach Messfortschritt werden die Kabel dann rund drei Wochen im Gel├Ąnde ausliegen. So entsteht ein Messaufbau, der von den Vibroseis-Fahrzeugen abschnittsweise im Zick-Zack-Kurs von S├╝den nach Norden fortschreitend abgearbeitet wird.

Sind Dreiviertel eines Abschnitts durchmessen, werden die jeweils s├╝dlichsten Kabelauslagen abgebaut und am n├Ârdlichsten Teil wieder ausgelegt. Die Experten sprechen von einem ÔÇ×rollendenÔÇť Messaufbau. Innerhalb eines Messabschnitts nehmen gleichzeitig mehr als 20.000 Erdmikrofone die von den Gesteinsschichten reflektierten Schallwellen auf.

Insgesamt wird ein rund 75 Quadratkilometer gro├čes Gebiet zwischen Hirschberg, Heddesheim, Hemsbach, Weinheim in Baden-W├╝rttemberg bis zur A67 bei Viernheim in Hessen auf diese Weise untersucht werden. Rhein Petroleum geht davon aus, dass bis etwa Mitte November die Arbeiten abgeschlossen sind.

Nach Abschluss der Arbeiten liegen viele Terabyte an gesammelten Daten vor, die in einem aufw├Ąndigen Prozess im Rechenzentrum verarbeitet werden m├╝ssen, um letztendlich ein dreidimensionales Abbild des Untergrunds zu erhalten. Dies dauert rund zwei Monate. Danach werden Geologen und Geophysiker mit der Auswertung der Karte beginnen. Denn anhand der so erstellten Karten k├Ânnen die Experten absch├Ątzen, ob und wo sich Erd├Âl in der Tiefe befinden k├Ânnte. Wenn es dann Anzeichen daf├╝r gibt, dass Erd├Âl in f├Ârderungsw├╝rdiger Menge im Untergrund schlummern k├Ânnte, kommt es erst zu Probebohrungen, ehe eine eigentliche F├Ârderung erwogen und vorbereitet wird.

Aufgrund sehr feiner und moderner Technik, die auch horizontales Bohren erlaubt, w├╝rde solch eine F├Ârderanlage von Rhein Petroleum auch nicht in einem Wohngebiet errichtet, sondern sie w├╝rde au├čerhalb, etwa in einem Industriegebiet entstehen. Bis es aber soweit sein k├Ânnte, vergehen noch viele Monate.

Rhein Petroleum hat in den vergangenen Monaten bereits im bayerischen Unterallg├Ąu, n├Ârdlich von Karlsruhe sowie im hessischen Ried auf mehr als 600 Quadratkilometern solche seismischen Messungen erfolgreich durchgef├╝hrt. Weitere Informationen erhalten interessierte B├╝rgerinnen und B├╝rger im Projekt- und Informationsb├╝ro (zwischen 8 und 18 Uhr) in der Alfred-Nobel-Stra├če 14 in Viernheim, Telefon: 0151 / 4000 24 16.“

Wie aus dem Heddesheimblog ein Netzwerk geworden ist

Mit einer Recherche hat alles angefangen…

Das war das "erste" Heddesheimblog - als Unterseite von blogger.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Mai 2012. (red) Vor drei Jahren ist das Heddesheimblog.de gestartet. Zun├Ąchst als privates Blog, auf dem der Journalist Hardy Prothmann als B├╝rger seine Gedanken und Recherchen wegen einer umstrittenen Logistik-Ansiedlung ver├Âffentlicht hat. Das Heddesheimblog hat sich in der Branche schnell einen Namen gemacht – als Zukunftsmodell f├╝r einen modernen Lokaljournalismus. Mittlerweile ist daraus ein Blog-Netzwerk geworden – nicht nur in Nordbaden.

Von Hardy Prothmann

Im Fr├╝hjahr 2009 war aus Sicht des Mannheimer Morgens die Welt mehr als in Ordnung. Das Viernheimer Logistik-Unternehmen „Pfenning“ plante eine angebliche 100-Millionen-Euro-Investition in dem beschaulichen Dorf. Bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze, Gewerbesteuer in H├╝lle und F├╝lle, ein gl├╝cklicher B├╝rgermeister – die (bis dato nicht gef├Ąhrdete) Zukunft des Dorfes ist gerettet. So die Botschaft der Zeitung.

Schlechter Zeitungsjournalismus als Anlass

Mir ist selten eine so unkritische Hofberichterstattung untergekommen. Kritische Fragen? Recherchen? Nichts davon war bei dieser Jubelberichterstattung zu erkennen, geschweige denn zu erahnen.

Auch die ARD ist bereits auf das Heddesheimblog aufmerksam geworden. (Klick auf das Bild f├╝hrt zum Artikel)

Weil ich als B├╝rger in Heddesheim selbst vom starken Verkehrsaufkommen betroffen war, fing ich an, ein wenig zu recherchieren. Als erstes im Archiv des Mannheimer Morgens – so wie eigentlich ein Redakteur der Zeitung eine Recherche beginnen sollte. Und ich wurde f├╝ndig: Rund drei Dutzend Artikel gab das Online-Archiv her. Alle negativ ├╝ber dieses „Familienunternehmen Pfenning“, das ohne jeden Bezug zu den kritischen Berichten als „Heilsbringer“ f├╝r Heddesheim gefeiert wurde.

Wohin mit meinen Recherchen? Dem Mannheimer Morgen als „Thema“ anbieten? Sicher nicht. Ich habe meine Texte zun├Ąchst bei blogger.de (siehe Foto oben) eingestellt. Der erste Text erschien am 28. Aprl 2009: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?“ Und ist nach wie vor sehr lesenswert.

Gro├čes Interesse – wachsende Zugriffszahlen

Die Zugriffszahlen gingen binnen weniger Tagen so schnell nach oben, dass die Seite oft nicht erreichbar war. Ich mietete deswegen eigenen Speicherplatz und ver├Âffentlichte auch andere lokale Nachrichten.

Auch das fand Interesse und Anklag und nach wenigen Wochen reifte die Idee, ob es nicht m├Âglich w├Ąre, eine eigene Lokalzeitung im Internet zu gr├╝nden. Ich hatte schon von ├Ąhnlichen Projekten geh├Ârt, aber das waren oft nur „Versuche“.

Ich versuchte mit. Die erste Erfahrung war: „Mein“ Journalismus war in der nordbadischen Provinz eine Zumutung. Es enstanden schnell zwei Lager: Die einen jubelten, die anderen kotzten. Auch, weil ich kurz nach dem Start vom Heddesheimblog in den Heddesheimer Gemeinderat gew├Ąhlt worden war – diese Funktion habe ich nach einem Umzug nach Mannheim aufgeben m├╝ssen.

Auch wir sind Gegenstand von Berichterstattung - gut 300 Berichte wurden ├╝ber das Konzept und die Macher vom Heddesheimblog bereits verfasst.

Kritische Nachfragen? Meinungsstarke Kommentare? Investigative Recherchen? Das war man im Verbreitungsgebiet der Monopolzeitung Mannheimer Morgen nicht gewohnt. Die Zugriffszahlen stiegen rasant und auch bundesweit wurde das Heddesheimblog in der Journalistenbranche ein Begriff. „Was macht der Prothmann da?“, wurde gefragt. Ist das ein Ego-Projekt eines bei├čw├╝tigen Journalisten oder vielleicht ein Zukunftsprojekt f├╝r einen neuen Lokaljournalismus?

Zahlreiche Branchenberichte

Ende 2009 w├Ąhlte mich eine Jury in der Kategorie „Regionales“ auf Platz 3 unter die 100 Journalisten des Jahres 2009. Seit dem Start des Heddesheimblogs wurde ich als Redner, Seminarleiter oder Podiumsteilnehmer engagiert. Bei der Initiative Tageszeitung, dem Deutschen Journalistenverband, dem Bayerichen Journalistenverband, auf Kongresse, an Hochschulen, zu Unternehmer-Workshops.

Mittlerweile gibt es Dutzende von journalisten Studien- und Masterarbeiten, die das Heddesheimblog und andere lokale Internetmedien zum Thema gemacht haben und rund 300 Presse-Ver├Âffentlichungen mit Bezug auf diese Form von Lokaljournalismus. Spiegel Online, FAZ, S├╝ddeutsche, taz, Welt, ARD, NDR, Tagesspiegel, Berliner Zeitung – die Liste der „bekannten“ Medien, die ├╝ber den Journalismus in der Provinz geschrieben haben, ist lang. Auch bei den Nachdenkseiten oder fefes Blog ist das Heddesheimblog Thema.

Oder das Prinzip. Das Heddesheimblog ist l├Ąngst ├╝ber den Ort hinausgegangen. Ende 2009 kam das Hirschbergblog.de dazu, Anfang 2010 das Ladenburgblog.de, Ende 2010 das Weinheimblog.de, Anfang 2011 das Rheinneckarblog.de, das Viernheimblog.de und seit Anfang 2012 sechs weitere Gemeinden des Wahlkreises Weinheim.

Netzwerk weitet sich aus: istlokal

Mit dem Unternehmer Peter Posztos habe ich im Herbst 2011 die Firma Istlokal Medienservie UG gegr├╝ndet, weil wir unsere Erfahrungen auch anderne zur Verf├╝gung stellen wollen. Peter Posztos macht die Tegernseer Stimme, ebenfalls eine lokale Zeitung im Internet. Seit Anfang 2012 vermarkten wir unser Produkt Istlokal OS und haben schnell neue Partner gefunden – beispielsweise in Bretten, Schweinfurt oder Weiterstadt.

Dar├╝ber hinaus gibt es ein Netzwerk von weiteren lokal arbeitenden Journalisten, wie Stefan Aigner in Regensburg oder Hubert Denk in Passau. Auch Philipp Schw├Ârbel in Berlin hat mit seinen Prenzlauer Berg Nachrichten schon viel Aufmerksamkeit erlangt.

Immer mehr Lokaljournalisten gr├╝nden Blogs und nutzen beispielsweise wie wir die Istlokal OS-Software.

 

Uns alle vereint, dass wir guten, seri├Âsen und vor allem kritischen Journalismus anbieten wollen. Einen Journalismus, der sich traut, Fragen zu stellen und nicht nur vorgefertigte Informationen zu erhalten. Keine Wohlf├╝hl-Schwurbelei, sondern eine f├╝r die Demokratie herausragende Aufgabe zu erf├╝llen. Meinungen durch Informationen zu erm├Âglichen. Der Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist die Gesch├Ąftsgrundlage.

Um diese Arbeit zu finanzieren, setzen wir auf Werbeeinnahmen – wie eh und je bei den Medien. Wir erzeugen Aufmerksamkeit und verkaufen diese. Das ist ein seri├Âses Gesch├Ąft.

Kleines, engagiertes Team

Zur Zeit arbeitet ein festes Team von sieben Mitarbeitern f├╝r die „Rheinneckarblogs“ – dazu weitere freie Journalisten, Kolumnisten und freundschaftlich verbundene Kollegen. Im Vergleich zur Personalausstattung der anderen Medien im Berichtsgebiet sind wir sehr klein aufgestellt – im Vergleich mit anderen setzen wir aber immer wieder Themen, die Thema sind.

Im Herbst 2011 beispielsweise mit der Fischfutter-Aff├Ąre. Der gr├╝ne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Str├Âbele hatte uns f├╝r einen Bericht abgemahnt. S├Ąmtliche Berliner Zeitungen berichteten ├╝ber den Skandal, viele weitere Zeitungen und auch der NDR. Insgesamt wurde unser Bericht innerhalb weniger Tage gut 140.000 Mal aufgerufen, anfangs st├╝rzte gar der Server wegen der massiven Zugriffe ab.

Zuletzt mahnte uns der Gr├╝nen-Bundespolitiker Hans-Christian Str├Âbele ab - und zog die juristische Attacke wieder zur├╝ck. Quelle: Die Welt

 

Die lokalen Zeitungen Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung hielten sich „zur├╝ck“, denn aus deren Sicht gibt es uns nicht. Die Fischfutter-Aff├Ąre mitten im Berichtsgebiet? Kein Thema f├╝r die „unabh├Ąngigen“ Printjournalisten.

Aus unserer Sicht gibt es die Zeitungen – und vor allem viel schlechten Journalismus. Was wir immer wieder thematisieren, wenn deren gesch├Ânte und klientelabh├Ąngige „Berichterstattung“ skandal├Âs wird. So werden umgeschriebene Pressemitteilungen als eigene Berichte ausgegeben oder noch schlimmer – Themen h├Ąufig gar nicht berichtet, wenn sie den Zeitungen nicht „passen“. Und das betrifft beim besten Willen nicht nur uns. Was nicht berichtet wird, ist auch nicht passiert.

Juristische Attacken

F├╝r mich pers├Ânlich hat diese Arbeit auch viele Nachteile gebracht. Seit nunmehr 21 Jahren arbeite ich als Journalist, 18 Jahre ohne jegliche juristische Streitigkeiten. In den vergangenen drei Jahren habe ich 11 Abmahnungen erhalten. Einmal habe ich eine Einstweilige Verf├╝gung wegen widriger Umst├Ąnde „akzeptiert“, einen Vergleich geschlossen, 9 Mal konnte ich die Abmahnung abwehren. Unterm Strich haben diese Prozesse gut 20.000 Euro gekostet, weil man nicht wollte, das publik wird, was ├Âffentlich sein sollte. Und diese Prozesse kosten auch viele Nerven.

Sehr erfreulich ist der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern. Viele unserer Artikel entstehen, weil wir Hinweise bekommen. Beobachtungen, Gedanken, Erfahrungen von Menschen, die sich Anteil haben und nehmen an unserer Gesellschaft und nicht gleichg├╝ltig sind. Diesen m├Âchte ich stellvertretend f├╝r das Team danken.

Ebenfalls erfreulich ist die Zusammenarbeit mit vielen Beh├Ârden, die die Meinungsfreiheit hoch achten. Explizit m├Âchte ich die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei loben und in weiten Teilen auch mit den Feuerwehren. In unserem Berichtsgebiet sind zwei Namen erw├Ąhnenswert, B├╝rgermeister Manuel Just in Hirschberg und B├╝rgermeister Rainer Ziegler in Ladenburg, die sich kommunikativ sehr hervortun. Auch B├╝rgermeister Lorenz in Dossenheim m├Âchte ich gerne als neuen Kontakt erw├Ąhnen, der uns beim Antrittsbesuch sehr freundlich empfangen hat. In den anderen Orten beginnen wir die Arbeit erst und die Kontakte stehen noch bevor.

Den Heddesheimer B├╝rgermeister Micheal Kessler muss ich leider nach wie vor als ausgewiesenen Feind der Pressefreiheit besonders hervorheben. Sein Amtsverst├Ąndnis kommt in diesem Bericht sehr eindeutig zur Sprache: „Ich bin die Gemeinde.“

Unabh├Ąngige Berichterstattung

Wie unabh├Ąngig wir tats├Ąchlich arbeiten, erkennt jeder, der unsere Berichterstattung verfolgt. Wir kritisieren „Gr├╝ne“ ebenso wie „Schwarze“, scheuen uns nicht vor „Rot“ oder „Geld“ oder „Orange“. Aber auch hier bieten wir Meinungen an: Ganz verallgemeinernd stellen wir fest, dass die CDU, die SPD und die FDP in der Region unserer Berichterstattung nicht wohlgesonnen sind.

Explizit die Ladenburger und Weinheimer CDU m├Âchten wir lobend ausnehmen – nicht weil diese mit unser Berichterstattung „zufrieden“ sind, sondern weil sie gespr├Ąchsbereit sind. In Hirschberg explizit die Freien W├Ąhler und in Weinheim explizit Herrn Carsten Labudda (Die Linke) und Weinheim Plus. Die genannten Personen und Parteien suchen den Ausstausch und die Kritik – was gut ist. Explizit muss auch der Gr├╝ne Landtagsabgeordnete Uli Sckerl erw├Ąhnt werden – trotz kontr├Ąrer Meinungen haben er und seine Mannschaft sich immer korrekt auf unsere journalistischen Anfragen hin verhalten.

Mit Recherchen zum Logistik-Zentrum "Pfenning" hat das Heddesheimblog angefangen - unsere Berichte konnten den Bau des Klotzes nicht verhindern, aber zur Aufkl├Ąrung beitragen. "Das hab ich nicht gewusst", kann keiner mehr sagen.

 

Unentschieden ist noch das Verh├Ąltnis zum Landratsamt. Nachdem wir dem stellvertretenden Landrat (Jurist) erst unter Verweis auf ein Bundesverfassungsgerichtsurteil klar machen konnten, dass wir „Presse“ sind, gibt es mittlerweile mit Stefan Dallinger (CDU) einen neuen, sehr kommunikativen (und fraktions├╝bergreifend gelobten) Landrat, der sich aber unser Ansicht nach noch ein wenig scheut, aktiv ├╝ber unsere Blogs mehr in Kontakt mit der Bev├Âlkerung zu treten. Wir werden herausfinden, wie es wirklich ist.

Der Kontakt zum Mannheimer Oberb├╝rgermeister Dr. Peter Kurz basiert auf einer gemeinsamen Vergangenheit – als freier Mitarbeiter f├╝r den Mannheimer Morgen habe ich den damaligen Stadtrat als sehr engagierte Pers├Ânlichkeit kennengelernt und ihn vor seiner Wahl zum OB portr├Ątiert. Zuletzt hat sich dessen Engagement bei der Gegendemo zum NPD-Aufmarsch best├Ątigt (Hierzu unsere Reportage auf dem Rheinneckarblog: „Warten auf den rechten P├Âbel„). Zu seinem Kollegen W├╝rzner in Heidelberg besteht noch kein pers├Ânlicher Kontakt, aber das wird sich ├Ąndern.

Vernetzter Journalismus vor Ort

Die miteinander vernetztenden Ortsblogs haben ein Konzept: Wir ver├Âffentlichen Nachrichten, die f├╝r die Menschen vor Ort wichtig sind. Und wir zeigen auf, wie die Gemeinden miteinander vernetzt sind – auf vielf├Ąltige Weise. Ob zu Verkehrs- oder Umweltschutzthemen, gemeinsamen Verb├Ąnden und Vertr├Ągen – unsere Gemeinden im Berichtsgebiet sind vielf├Ąltig verbunden, ebenso die Leserinnen und Leser.

Vielleicht vermisst man die ein oder andere Nachricht – da bitten wir um Nachsicht. Unsere Redaktion arbeitet sehr engagiert und wir m├╝ssen manchmal den Mut zur L├╝cke haben, weil wir (noch) nicht jeden Termin besetzen k├Ânnen.

Sicher ist es auch Zeit, sich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. ├ťberbordende Berichte in den Zeitungen ├╝ber Vereinsfeste haben Bed├╝rfnisse geweckt, die fraglich sind. Was ist die Nachricht? „F├╝rs leibliche Wohl wurde gesorgt?“ Meinetwegen: Der Satz erz├Ąhlt die gesamte Geschichte. Es gab zu Essen und zu Trinken. Und wenn das nicht reicht, ruft man auch h├Âhrere Instanzen dazu: „Der Wettergott war den G├Ąsten gn├Ądig, der k├╝hle Gerstensaft flo├č in Str├Âmen und die Luft war erf├╝llt vom Duft leckerer Bratw├╝rste“.

Gegen die Bratwurst-Berichterstattung

Das ist fettigster Bratwurst-„Journalismus“ und hat mit Journalismus nichts zu tun. Ganz klar ist es wichtig und richtig ├╝ber Feste zu berichten. Wir machen das auch – bei Vereinsfesten oft nur mit kurzen Texten (Ein Fest hat stattgefunden), daf├╝r aber mit vielen Fotos. Die erz├Ąhlen die Geschichte besser als zusammengeschwurbelte Nonsens-„Berichte“.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, k├Ânnen aktiv daran teilhaben, das „Produkt“ Journalismus zu bewerten. Bringen Sie sich ein – schreiben Sie uns und anderen, was gef├Ąllt und was nicht. Journalismus muss man nicht hinnehmen, man kann seit dem Internet daran teilhaben. Sie k├Ânnen Kommentare schreiben und viel einfacher als fr├╝her die Redaktion direkt erreichen, sich mit Hinweisen, Vorschl├Ągen und Kritik einbringen. Jedenfalls bei uns.

Wir freuen uns ├╝ber die Beliebtheit unserer Montagskolumnen, der ausgew├Ąhlten Tipps & Termine und der regen Teilnahme ├╝ber Kommentare auf den Blogs oder bei unseren Facebook-Seiten.

Herzlichen Dank an die Leser und Kunden

Nach drei Jahren Heddesheimblog & Co, m├Âchte ich Ihnen sehr herzlich genau daf├╝r danken. F├╝r Unterst├╝tzung und Kritik – beides gab es zuhauf.

Hardy Prothmann ist seit 21 Jahren als Journalist t├Ątig und seit drei Jahren als "Blogger".

F├╝r die Zukunft w├╝nsche ich mir noch mehr kritische Anteilnahme, weil wir alle gemeinsam mit unserem Interesse f├╝r etwas einstehen, was ein absolutes Privileg ist: Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit. Ohne diese ist Demokratie nicht m├Âglich. Da ich viel im Ausland gelebt habe und auch von dort berichtet, wei├č ich unser freiheitliche Grundordnung uneres Heimatlandes sehr zu sch├Ątzen.

Deswegen freue ich mich mit Ihnen und dem Team, wenn Sie uns weiter gewogen bleiben, uns mit Interesse und Informationen unterst├╝tzen. Den anderen „Heddesheimblogs“, egal, ob am Tegernsee, im Prenzlauer Berg, in Regensburg, in Weiterstadt oder Bretten oder Schweinfurt oder in vielen anderen Orten w├╝nschen wir viel Erfolg, immer den richtigen journalistischen Riecher und einen erfolgreichen Aufbau ihrer Angebote.

In diesem Sinne m├Âchte ich mich bei allen Mitwirkenden bedanken, selbstverst├Ąndlich sehr besonders bei meiner Frau und der Familie, f├╝r das Engagement, das Verst├Ąndnis, das Interesse und die aktive Teilnahme.

Im ersten Interview zum „Heddesheimblog“ hat mich der Kollege Thomas Mrazek gefragt, warum ich das mache, was meine Motivation ist?

Meine Antwort: Ich habe den Spa├č meines Lebens.

Das gilt bis heute.

Herzlichst Ihr

Hardy Prothmann

Unklare Zukunft der Schlecker-M├Ąrkte

For you. Vor Ort. Vorbei?

Wie lange gibt es den Schleckermarkt vor Ort noch? Wie viele verlieren Ihre Arbeitspl├Ątze? Was, wenn es nur noch einen Versorgen im Ort gibt? Viele Fragen - keine Antworten.

 

Rhein-Neckar, 24. Januar 2012 (red/jt) Nach Bekanntwerden der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker herrscht gro├če Unsicherheit – bei Mitarbeitern und bei Kunden. Welche Filialen bleiben bestehen, wo gibt es Schlie├čungen, wer verliert seinen Job? Auch die Metropolregion Rhein-Neckar ist betroffen.

Die Schlecker-Pleite kostet deutschlandweit vermutlich 30.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Viele davon auch in der Region Rhein-Neckar. Im benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis hat das Filialsterben bereits angefangen. Die Filiale in Seckach hat laut Rhein-Neckar-Zeitung bereits zum 24. Dezember 2011 ihre T├╝ren geschlossen. Auch die Filialen Buchen, Osterburken und H├Âpfingen wurden bereits 2011 dicht gemacht.

In der Metropolregion Rhein-Neckar gibt es ebenfalls erste Opfer unter den Filialen. In Ilvesheim schlie├čt man zum 08. Februar die T├╝ren. Die Regale sind schon gro├čenteils leer ger├Ąumt.

Ungewiss ist die Zukunft der dortigen Mitarbeiter. „Vermutlich werden wir zun├Ąchst Krankheitsvertretung in den Nachbarfilialen machen“, sagt uns eine Mitarbeiterin. Erfahren habe man von der Schlie├čung ├╝brigens erst vor einer Woche.

Um uns ein genaueres Bild von der Lage vor Ort machen zu k├Ânnen, haben wir auch die Filialen in Edingen-Neckarhausen, Heddesheim und Ladenburg pers├Ânlich besucht.

Presse nicht erw├╝nscht

In Ladenburg verweist man mich direkt an die Filialleiterin. Die Dame ist um die 50 Jahre alt. Sie r├Ąumt gerade Regale ein. Fragen m├Âchte sie keine beantworten. Die anderen Mitarbeiter sehen verstohlen zu uns her├╝ber. Antworten gibt es hier keine, bis auch diese: „Die Presse ist hier nicht erw├╝nscht.“

Klare Auskunft in Ladenburg:

 

├ähnlich die Reaktion in Heddesheim. Auch dort verweist man an die Filialleitung. Antworten? Fehlanzeige. Die Nummer der Pressesprecherin k├Ânne man uns geben. Diese Auskunft gibt es zwischen T├╝r und Angel. Von einem Fax oder Brief schreibt die Filialleiterin die Nummer ab. Dazu kommt sie nicht mal aus ihrem B├╝ro hervor. Sie reicht einen kleinen Zettel mit einer Handynummer darauf. Selbst der Name der Ansprechperson fehlt.

Auf die Nachfrage, ob man denn schon etwas zum Schicksal der Filiale wei├č, verweist man mich mit einem L├Ącheln und Augenzwinkern an die Pressestelle. „Netter Versuch!“, soll das wohl hei├čen.

Verunsicherte Kunden

In Edingen-Neckarhausen antwortet mir ein Mitarbeiter. Die Filialleitung l├Ąsst sich nicht blicken. Der Mitarbeiter scheint besorgt. Von der Insolvenz habe man durch die Firmenleitung erfahren, ungef├Ąhr zur gleichen Zeit als es auch in den Medien bekannt wurde. Viele Kunden seien verunsichert, w├╝rden nachfragen, ob die Filiale erhalten bleibt.

Der Ilvesheimer Markt wird schlie├čen - wann ist noch unklar.

 

Von der Schlie├čung in Ilvesheim wei├č man hier bereits. Wenn die Presse positiv berichtet, k├Ânnte das vielleicht helfen. Eine diffuse Hoffnung. Tatsache ist, neben dem Edeka-Markt ist die Schleckerfiliale die einzige Einkaufsm├Âglichkeit am Ort. Im Ortsteil Neckarhausen wurde der dortige Drogeriemarkt schon vor einiger Zeit geschlossen.

Ein Passant erz├Ąhlt uns, die Filiale sei so etwas wie ein Tante Emma Laden.

Das ist das einzige Gesch├Ąft direkt hier im Ortskern!

Viele ├Ąltere Menschen wohnen in Edingen, der Weg zum Industriegebiet ist f├╝r sie zu weit und zu beschwerlich. Als wir ein Bild der Filiale machen, witzelt ein weiterer Passant:

„Sie machen wohl das letzte Bild, was?“

Keine Informationen durch die Pressestelle

Zur├╝ck in der Redaktion versuchen wir die Pressestelle zu erreichen. Der Anruf unter der uns mitgeteilten Telefonnummer bleibt erfolglos. Wie zu erwarten. Per email fragen wir erneut nach.

Bitte haben Sie Verst├Ąndnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen ├╝ber einzelne M├Ąrkte, St├Ądte oder Regionen treffen k├Ânnen.

Das ist der Informationsgehalt der erhaltenen Antwort. Einen Namen des Pressesprechers sucht man hier ├╝brigens vergebens. Die Mail ist lediglich mit „Pressestelle Schlecker“ unterzeichnet.

 

Deutschlandweite Kritik

Das Thema „Schlecker“ ist zur Zeit fast ├╝berall zu finden. Die Unternehmerfamilie Schlecker steht stark in der Kritik. Auch Trigema-Chef Wolfgang Grupp geht hart mit Anton Schlecker ins Gericht.

Gegen├╝ber der „WirtschaftWoche“ ├Ąusserte er, Schlecker habe das Geld, das er mithilfe seiner Besch├Ąftigten verdient habe, f├╝r sich behalten. Weiter kritisierte er:

Hier werden diejenigen belohnt, die dem Gr├Â├čenwahn und der Gier fr├Ânen, w├Ąhrend die Anst├Ąndigen die Dummen sind.

Laut Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) soll nun eine sogenannte Planinsolvenz in die Tat umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung. Das Unternehmen legt dem Insolvenzrichter dabei ein Sanierungskonzept vor, mit dem es entschuldet werden soll.

Die Familie Schlecker k├Ânnte so Eigent├╝mer der Kette bleiben. Wichtig dabei ist: Der Insolvenzverwalter ├╝bernimmt nur die Aufsicht bei einem solchen Verfahren. Die Gesch├Ąftsf├╝hrung bleibt weiter im Amt.

Danach w├╝rde auch die Gesch├Ąftsf├╝hrung Pl├Ąne vorlegen wie es mit Filialschlie├čungen, Stellenabbau und Kostensenkungen weitergeht, nicht der Insolvenzverwalter.

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens kommentiert eine Nutzerin das angek├╝ndigte Planinsolvenzverfahren wie folgt:

Das rettet unsere Arbeitspl├Ątze auch nicht mehr. Danke Anton.

Laut Spiegel geht es aber nicht nur um die Arbeitspl├Ątze, auch die Geh├Ąlter sind in Gefahr. Mit einer Planinsolvenz kann das Unternehmen auch die bestehenden Tarifvertr├Ąge mit ver.di ausserplanm├Ąssig k├╝ndigen. Schlecker w├Ąre sonst bis Juni an einen Besch├Ąftigungssicherungs-Tarifvertrag gebunden gewesen, der Entlassungen nicht m├Âglich macht.

Seit 2010 waren die Kinder von Firmengr├╝nder Anton Schlecker f├╝r eine Neuausrichtung des Unternehmens zust├Ąndig.

Sie versprachen mehr Offenheit – umgesetzt wurde die aber nicht. Das zeigen solche versteckten Schachz├╝ge im Insolvenzverfahren ebenso, wie der mangelhafte Umgang mit Presse und ├ľffentlichkeit.

Kundenn├Ąhe und unternehmerische Verantwortung f├╝r die Mitarbeiter geht anders.

Transparente Politik: Wie die kleine Gemeinde Seelbach anderen zeigt, was die Zukunft ist

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Seelbach, 16. November 2011.┬áW├Ąhrend sich die Bundesregierung seit kurzem scheinbar transparent gibt, gibt es sie bereits seit langem: Die echte Transparenz. Ein kleiner Ort im Schwarzwald macht vor, was andere nur vorgeben zu tun: transparente Politik. Die Gemeinde Seelbach ├╝bertr├Ągt, als w├Ąre das eine Selbstverst├Ąndlichkeit, die Gemeinderatssitzungen ├╝bers Internet. Einfach so. Und alle sind zufrieden.

Kommunalpolitik zuhause ├╝ber den Bildschirm des Computers im Internet verfolgen – was vor zehn Jahren schier undenkbar schien, ist heutzutage kein Problem mehr. Zumindest technisch gesehen – in vielen K├Âpfen hingegen ist das noch eine „unerh├Ârte“ Sache.

Weniger Zuschauer im Saal k├Ânnen es nicht werden.

Dabei ist die Zuschauerresonanz bei den Gemeinderats- und Ausschusssitzungen meist mehr als ├╝berschaubar. H├Ąufig kommen gar keine G├Ąste.

Dabei ist das politische Interesse der Bev├Âlkerung durchaus gegeben – aber zwei, drei Stunden, manchmal noch l├Ąnger zum Schweigen verurteilt im Raum zu sitzen, daf├╝r haben nur wenige Zeit. Dabei interessieren sich die Menschen f├╝r die Ortspolitik. Reden auf der Stra├če, in der Kneipe, im Freundeskreis ├╝ber das, was sie aus zweiter, dritter, vierter Hand haben.

Viele Themen sind nicht wirklich spannend – andere daf├╝r aber von gro├čer Bedeutung.

Wer noch arbeitet, gerade m├╝de nach Hause gekommen ist oder sich um die Kinder k├╝mmern muss, kann eventuell den Sitzungstermin nicht wahrnehmen, w├╝rde sich aber gerne sp├Ąter anschauen, was verhandelt worden ist.

Transparenz gibt Antworten und vermeidet Spekulationen.

Wer will es aber dem eigentlich interessierten B├╝rger ver├╝beln, sich den Weg ins Rathaus zu sparen, wenn Entscheidungen und Beschl├╝sse in den Medien nachzulesen sind? Aber berichten diese Medien wirklich vorbehaltlos? Haben sie wirklich alle wichtigen Informationen richtig ├╝bermittelt? Oder wird gerne was vergessen, was nicht „in den Bericht passt“?

Wer wirklich informiert sein will, kennt das Original und vergleicht das mit der „├ťbermittlung“ durch andere.

Wird jemand falsch oder nicht zutreffend zitiert? Wie soll man das wissen, wenn man nicht dabei war?┬áWas sagen B├╝rgermeister und Gemeinder├Ąte in den ├Âffentlichen Sitzungen tats├Ąchlich? Wer sagt was? Wor├╝ber und wie wird abgestimmt?

Alles live oder im Archiv abrufbar: Die Seelbacher Gemeinderatssitzungen werden bereits seit 2004 im Internet ├╝bertragen.

Eine Live-Berichterstattung kann den B├╝rgern all diese Fragen beantworten, ohne dass diese das Haus verlassen m├╝ssen – beispielsweise auch ├Ąltere Menschen, von denen immer mehr das Internet als Anschluss zur Welt sch├Ątzen lernen.

Widerstand kommt vor allem von den Gemeinder├Ąten.

Die Betreiber lokaler Blogs und Internet-Lokalzeitungen k├Ąmpfen gegen┬áviel Widerstand┬á– gegen verstaubte Hauptsatzungen und viele┬áVorurteile lokaler Politiker. Einen (vorerst) weiteren, bedingt erfolgreichen Versuch, Lokalpolitik live ins Netz zu ├╝bertragen, gab es im September in Passau, wo einiger Wirbel um das Thema entstand.

Vor allem die SPD machte die Modernisierung zur Provinzposse – die SPD-Mitglieder wollten sich auf keinen Fall aufnehmen und zeigen lassen. So h├Ątte die ├ťbertragung mit jeder SPD-Wortmeldung unterbrochen werden m├╝ssen. Nachdem sich die SPD in Passau der L├Ącherlichkeit preisgegeben hat, hat man sich besonnen und ist nun doch „auf Probe“ einverstanden, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

Engagierte Sch├╝ler und 5.000 Euro Budget f├╝rs B├╝rgerfernsehen.

Es geht aber auch anders, wie eine kleine Gemeinde im Schwarzwald┬ázeigt. Unter dem Titel┬áSeelbach-TV┬á├╝bertr├Ągt die Gemeinde Seelbach┬ábereits seit 2004 alle Gemeinderatssitzungen ins Netz und bietet sie anschlie├čend l├╝ckenlos zum Download┬á├╝bers Internet an.

Das Gesamtbudget daf├╝r betr├Ągt vergleichsweise g├╝nstige 5.000 Euro pro Jahr. Acht bis neun Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler der ├Ârtlichen Realschule f├╝hren in wechselnden Teams zwei Kameras und bedienen die sonstige Technik. Die Fachhochschule Kehl betreut das Projekt als Partner.

In den Sitzungen haben wir nie so viele Zuschauer, sagt Pascal Weber.

Hauptamtsleiter Pascal Weber ist begeistert: „Aus unserer Sicht ist das Projekt ein toller Erfolg.“┬áDas zeigen die „Einschaltquoten“ der 5.000-Einwohner Gemeinde: mehrere Dutzend bis weit ├╝ber 100 „Zuschauer“ hat das B├╝rger-TV in Seelbach. Regelm├Ą├čig.

Rechnet man diese Zahlen hoch, w├Ąren das beispielsweise f├╝r Hirschberg an der Bergstra├če 60-180 Besucher pro Sitzung, f├╝r Ladenburg 70-200, f├╝r Weinheim 250-720 Besucher. Tats├Ąchlich nimmt in Hirschberg oft niemand, manchmal wenige und sehr selten vielleicht ein Dutzend Besucher teil. Der aktuelle Besucherrekord in Weinheim war 2011 im Oktober mit rund 130 Zuschauern zum Aufregerthema „Breitwiesen“ – sonst sind ein paar bis h├Âchstens ein Dutzend Zuschauer die „H├Âchstgrenze“ an Interesse.

SeelbachTV.de - Transparenz als Normalzustand.

Die Skepsis war schnell vorbei.

Gab es keine Bedenken? „Doch“, sagt Hauptamtsleiter Weber:

Zu Beginn waren rund ein Drittel unserer 18 Gemeinder├Ąte skeptisch. Was wenn ich stammle oder bl├Âd wirke, so in der Art waren die Bedenken. Aber nach den ersten paar Sitzungen hat sich die Skepsis gelegt und seitdem achtet keiner mehr auf die Kameras. Die geh├Âren dazu.

Wer denkt, Seelbach ist vielleicht ein Ort, den „Aktivisten“ ├╝bernommen haben, irrt. Seelbach ist eine absolut typische Gemeinde. Die CDU stellt sieben, eine Freie W├Ąhlerliste sechs und die SPD f├╝nf Gemeinder├Ąte – die meisten sind zwischen 50 und 60 Jahre alt.

Rechtlich abgesichert.

Rechtlich ist die ├ťbertragung abgesichert: Alle Gemeinder├Ąte und Verwaltungsangestellte haben ihre Zustimmung erkl├Ąrt und B├╝rger werden in der Fragestunde um Erlaubnis gebeten: „Da hat noch nie einer widersprochen“, sagt Pascal Weber. Und laufen die Sitzungen anders als sonst? „├ťberhaupt nicht, die Gemeinder├Ąte sprechen ihr breites Badisch und diskutieren die Themen wie immer.“

Seelbach ist insgesamt ein anschauliches Beispiel, wie transparente Lokalpolitik aussehen kann. Auf der Gemeindeseite werden die Beschlussvorlagen zu den Gemeinderatssitzung schon im Vorfeld ver├Âffentlicht (inkl. aller Zahlen und Fakten) und auch die Sitzungsprotokolle stehen nach den Sitzungen schnell und dauerhaft online zur Verf├╝gung.

Das sind traumhaft transparente Zust├Ąnde – im Vergleich zu dem Gro├čteil der Kommunen im Land ist Seelbach hier Spitzenreiter. Universit├Ątsst├Ądte wie Heidelberg sind dagegen altbacken – hier wurde Ende 2009 eine Live-├ťbertragung aus dem Gemeinderat per Beschluss verhindert.

Teilhabe erfodert auch mehr Transparenz der Entscheidungen.

Und wie traurig sind die Zust├Ąnde in Nordbaden, unserem Berichtsgebiet: Pfenning┬áin Heddesheim, der Sterzwinkel in Hirschberg und aktuell „Breitwiesen“ in Weinheim sind drei absolute Negativbeispiele. Intransparente Entscheidungen am B├╝rger vorbei pr├Ąg(t)en diese „Vorhaben“. Vieles wurde im Hinterzimmer entschieden, nicht-├Âffentlich und es ist kein Wunder, dass die Menschen alle Formen von Kl├╝ngel mutma├čen.

Der Forderung nach Transparenz und B├╝rgerbeteiligung steht die Realit├Ąt gegen├╝ber. Hier vor Ort werden so viele Themen wie m├Âglich sogar bevorzugt „nicht-├Âffentlich“ verhandelt.

Wer das ├Ąndern m├Âchte, kann sich an den Gemeinderat seines Vertrauens wenden und nachfragen, wie lange das noch mit der Geheimniskr├Ąmerei weitergehen soll und ob man nicht endlich bereit ist, im 21. Jahrhundert anzukommen und sich das Interesses und die Kompetenz der B├╝rgerinnen und B├╝rger zunutze zu machen.

Mehr zum Thema gibt es auf dem Politblog┬á[x Politics]. Dort geht es┬áum Trends und Bewegungen, die fernab der parteipolitischen Tagesagenda die gesellschaftliche Zukunft gestalten und ver├Ąndern.

Anmerkung der Redaktion:
Der vorliegende Artikel ist eine ├╝berarbeitete Fassung. Das Original wurde von der Tegernseer Stimme im bayerischen Gmund ver├Âffentlicht, die ein ├Ąhnliches Lokalzeitungsnetzwerk betreibt wie unser Angebot. Der Gesch├Ąftsf├╝hrer der Lokalen Stimme, Peter Posztos und Hardy Prothmann, verantwortlich f├╝r dieses Blog, betreiben zusammen die Firma istlokal Medienservice UG (haftungsbeschr├Ąnkt), deren Gesch├Ąftsziel der Aufbau von unabh├Ąngigen Lokalredaktionen zur F├Ârderung der Meinungsvielfalt und Demokratie ist.

Unter istlokal.de sind bislang rund 50 lokaljournalistische Angebote in einer Arbeitsgemeinschaft organisiert. Die Lokaljournalisten tauschen ├╝ber weite Strecken hinweg Themen und Erfahrungen aus, die woanders vor Ort ebenfalls wichtig sind. Dabei nutzen sie das „weltweite Netz“ hei├čt, um vor Ort kompetent, interessant, aktuell und hintergr├╝ndig zu informieren.

Vereine der Region machen Werbung f├╝r eine Bank und hoffen auf 1.000 Euro f├╝r die Vereinskasse


Auch Pokale wollen finanziert sein - Vereine k├Ânnen 1.000 Euro gewinnen. Foto: Archiv

Rhein-Neckar, 07. November 2011 (red/jl/ek) 1.000 Euro f├╝r den beliebtesten Verein: Die Ing-Diba unterst├╝tzt gemeinn├╝tzige Vereine in Deutschland und stellt daf├╝r eine Million –┬áEuro zur Verf├╝gung. 1.000 gemein├╝tzige Vereine haben die Chance durch Abstimmen ├╝ber ihre Beliebtheit 1.000 Euro f├╝r die Vereinskasse zu gewinnen – und die Ing-Diba macht damit Werbung f├╝r sich. Vereine, die gewinnen wollen, m├╝ssen sich sputen: Die Aktion l├Ąuft noch bis 15. November.

Von J├Ârg Levermann:

„Vielerorts wird gegen die Allmacht gro├čer Bankh├Ąuser protestiert. Dennoch gelingt einem Unternehmen der Finanzbranche ein genialer Werbeschachzug.

Anders ist die Kampagne der Ing-Diba AG mit Hauptsitz in Frankfurt am Main nicht zu bezeichnen. Rund eine Million Euro investiert das Unternehmen derzeit und verteilt jeweils 1.000 Euro an die 1.000 beliebtesten Vereine.

Wer diese Vereine sind, dar├╝ber k├Ânnen Mitglieder und Freude der Vereine selbst bestimmen.

Dazu k├Ânnen die Vereine auf ihren Websites eine Bannerwerbung der Bank platzieren, die zu einer Internetseite des Unternehmens f├╝hrt. Verpflichtet sind die Vereine dazu nicht, wenn sie bei der Aktion mitmachen wollen. Die Unterst├╝tzer des Vereins geben ihre Stimme auf der Website der Bank ab und m├╝ssen dabei ihre email-Adresse angeben.

Diese wird lediglich dazu genutzt, dass nicht mehr als maximal drei Stimmen von jedem Nutzer abgegeben werden k├Ânnen. Regelm├Ą├čige Werbe-email haben die Unterst├╝tzer nicht zu bef├╝rchten, da kein email-Abonnement in diesem Zusammenhang bestellt wird.

Vereine aus der Region hoffen auf Geldsegen von der Bank

Derzeit (Stand 06.11.2011, 14:45 Uhr) beteiligen sich 18.448 Vereine an der Aktion, in der Hoffnung ihre Vereinskassen aufzubessern. Auch Vereine aus der Region sind mit dabei.- Aus Heddesheim sind es derzeit der Glückliche Engelsherzen e.V. (Rang 12.033) und der DLRG OG Heddesheim e.V. (Rang 12.834).

Anzeige: Lust auf stilvolles Ambiente, gefiltertes Wasser, angenehme Ger├╝che oder einen wunderbaren Zimmerkamin? Kommen Sie doch bei casa-elements in Ladenburg vorbei. Wir freuen uns auf Sie, Ihre Kathrin Sinnreich.

Ladenburg ist sogar mit 9 Vereinen dabei: Der TC Ladenburg e.V. (Rang 632), der DLRG Ladenburg/Edingen-Neckarhausen e.V. (Rang 884), der Tr├Ągerverein JUZ „DIE KISTE“ e.V. (Rang 3.466), der Ladenburger Sport-Vereinigung 1864 e.V. (Rang 9.076), der Auslandshelfer e.V. (Rang 9.296), die PLAN Ortsgruppe Mannheim (Rang 10.409), der LSV Ladenburg (Rang 11.331), die SV Ladenburg Romans (Rang: 14.004), der Arbeitskreis Netzwerk Berufsfindung (Rang 16.449).

Bannerwerbung der Bank haben diese Vereine nicht geschaltet. Sie hoffen, wie viele andere, auf Mund-zu-Mund-Propaganda, um m├Âglichst viele Stimmen f├╝r sich gewinnen zu k├Ânnen. Eifrige Vereinsmitglieder und Sympathisanten haben dazu bereits soziale Netzwerke wie Facebook und Google+ genutzt.

Aus Schriesheim bewerben sich sechs Vereine: der F├Ârderverein der KurpfalzGrund- und Werkrealschule Schriesheim e.V. (Rang 3.804), der SV 1919 Schriesheim (Rang 8.579), der Arbeitskreis Schriesheimer Senioren (Rang 10.030), der Reit- und Fahrverein Schriesheim (Rang 14.731), der Buddhistische Zentren Mittel-Rhein der Karma Kagy├╝ Linie e.V. (Rang 17.361) und der kulturkreis-Schriesheim (Rang 18.412).

Weinheim beteiligt sich mit den meisten Vereinen: Ganze 16 nehmen an der Aktion teil. Der Board-Sport-Weinheim hat hier mit 783 Stimmen (Rang 2.267) die Nase vorn. Dagegen haben die Vereine Job Central (Rang 17.167) sowie der HSG/TSG Weinheim TV Oberflockenbach (Rang 18.109) noch ├╝berhaupt gar keine Stimmen erhalten.

Edingen-Neckarhausen ist mit zwei Vereinen dabei: der „Haie“ TV Edingen (Rang 1.164) und der TTC Edingen-Neckarhausen (Rang 1.525).

Auch Hemsbach macht mit-  zwei Vereinen bei der Aktion mit: der Angelsportverein 1965 Hemsbach e. V. (Rang 12.615),- sowie der SSV Hemsbach (Rang 16.107) sind hier im Rennen und hoffen auf 1.000 Euro für die Vereinskasse.

In Viernheim sind es zehn Vereine, „Spitzenreiter“ ist auf Rang 1.478 „Focus e.V.“, die „Pfadfinder Viernheim“ kommen nur auf drei Stimmen.

Noch bis zum 15. November wird die Werbeaktion der Ing-Diba fortgesetzt. Mitmachen k├Ânnen alle gemeinn├╝tzigen Vereine, die eine Freistellung vom Finanzamt vorweisen k├Ânnen.

Kinder- und Jugendverein mit der Rettungshundestaffel an der Spitze

Wer vermutet, dass besonders bekannte Fu├čballvereine an der Spitze der Beliebtheitsskala stehen, wird ├╝berrascht sein. Auf Platz eins liegt derzeit der Verein Zebrakids aus Duisburg mit mehr als 12.850 Stimmen, gefolgt vom Verein Rettungshundestaffel Lippe Ems e.V. (Verl) auf Platz zwei mit 11.200 und der Verein Hebammen f├╝r Deutschland mit 10.632 Stimmen.

ÔÇ×Mit unserer Aktion sprechen wir als Bank f├╝r Privatkunden eine andere Klientel an als die gro├čen InvestmentbankenÔÇť, erkl├Ąrte-┬áEliza Manolagas, eine Sprecherin der ING DiBa AG. Die-┬áVereine sammelten jede Menge Stimmen und dadurch habe die Website gute Zugriffsraten gewonnen.

ÔÇ×Wir-┬ásind selbst ├╝berrascht, wie gut unsere Aktion angenommen wurde. Auch auf Facebook haben wir die Aktion bekannt gemachtÔÇť, sagte Manolagas. Dabei sei es zu Beginn fraglich gewesen, wie online-affin die Vereine tats├Ąchlich seien. Nun sei die Aktion ein Selbstl├Ąufer geworden.-┬áVor allem habe man die kleinen Vereine damit erreichen wollen.“

Anmerkung der Redaktion:
J├Ârg Levermann ist freier Journalist in Eichwalde (bei Berlin). Er betreibt dort das Blog Eichwalder Nachrichten und geh├Ârt zum deutschlandweiten Netzwerk der Lokalzeitungen im Internet „istlokal.de“, die sich gegenseitig bei ihrer Arbeit unterst├╝tzen.

Redaktionelle Bearbeitung: Eva Konrath